Ein Tag an der ESCP

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Campus der ESCP in London
Image by R-Hudit via Wikimedia

Wie kann ich mir den typischen Tag oder die typische Woche bei ESCP Europe vorstellen? Wie läuft das Studienprogramm ab?

Man absolviert zunächst ein Basisprogramm und spezialisiert sich später auf ein Themengebiet. Ich habe hierbei den vollen Rahmen ausgeschöpft und mehr Stunden absolviert, als ich eigentlich gemusst hätte. In den ersten Monaten gab es noch die Pflichtkurse u.a. in den Bereichen Finance, Strategy, Marketing, Human Ressources, Organisations & Management und noch einige weitere Core-Courses. Es war unter der Woche sehr intensiv: Es wurden sehr oft zwei bis drei Case-Studies für die jeweils nächste (teilweise bereits am nachfolgenden Tag stattfindende) Unterrichtseinheit besprochen und dann zusammen mit dem Professor in der Klasse im Detail erarbeitet. Gruppenarbeiten gehörten ebenfalls zum Studium. Beispielsweise haben wir ein Marketingprojekt für Starbucks in  Wien  durchgeführt oder auch für die Television-Unit der französischen Lagardere Gruppe ein Strategic Mapping erstellt. Es gab sehr viel Gruppenarbeit. Die Wahlkurse waren aus meiner Sicht ganz besonders gut. Wir haben sehr nah an der Realität gearbeitet, die Professoren kamen aus der freien Wirtschaft und wussten, wovon sie sprachen. Praxisnähe war für mich auch ein sehr wichtiger Faktor.

Wieviel kostete Ihr Studium an der ESCP Europe unterm Strich mit Lebenshaltungskosten, Studiengebühr, etc.?

Zwischen 55.000 und 60.000 Euro. Ich muss dazu sagen, dass ich auch nicht schlecht gelebt bzw. meinen Standard nicht verändert habe. Man kann höchstwahrscheinlich auch mit weniger auskommen. In Taiwan hatte ich die Möglichkeit genügend Kapital anzusammeln, um erstens mein Studium zu finanzieren und zweitens dann meine eigene Firma zu gründen.

Stichwort MBA-Finanzierung: Haben Sie sich selbst finanziert?

Ja. Meine Firma wollte mich eigentlich behalten und meinen Vertrag für die Dauer des MBA-Studiums auf Eis legen. Aber das wollte ich nicht. Ich wollte erstens nicht abhängig sein, zweitens brauchte ich die Firma nicht, drittens hatte ich sowieso etwas anderes vor und viertens hätte mich die Firma sowieso wieder eingestellt (lacht).

Können Sie etwas explizit Positives bzw. Negatives über Ihr MBA-Programm sagen?

Negativ ist mir aufgefallen, dass das Programm teilweise etwas unorganisiert wirkte. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass das Programm sehr klein war und die Verwaltungsangestellten sich auch um die anderen Bereiche der Schule (das MBA Programm ist nur eines der viefältigen Angebote der ESCP) kümmern mussten. Positiv war auf jeden Fall die Praxisnähe der Professoren und ihre Verfügbarkeit, die Qualifikation der Studenten, die Diversität der Studenten bezüglich ihrer Geographie und Kultur. Viele sind eben nach dem Studium in ihre Heimatländer zurückgegangen und die Kontakte helfen mir entweder privat oder beruflich. Ein weiterer negativer Punkt war die Tatsache, dass ein oder zwei Fächer von den Professoren aus meiner Sicht nicht ausreichend vorbereitet waren. Möglicherweise hatten die Professoren weniger qualifizierte Studenten erwartet. Beim Wahlkurs Operations Management beispielsweise schien mir der Professor erwartet zu haben, dass in diesem Kurs Anfänger sitzen. Da wir aber einige Kommilitonen hatten, die in eben diesen Bereich schon tätig waren, war dies nicht der Fall. Auch bei einem Wahlkurs im Bereich Marketing war der Professor nicht ausreichend vorbereitet, was er jedoch schnell nachholte. Sehr positiv wiederum war die Möglichkeit in vielen Projekten mitzuarbeiten wie z.B. in Wien oder Rio de Janeiro. Das hängt auch ein bisschen von der Eigeninitiative ab - das ist auch ein Tipp für die squeaker: Man sollte viel Eigeninitiative mitbringen, weil man mit der kleinen Anzahl an Studenten unglaublich viel erleben kann. Das empfand ich als große Bereicherung - es erfordert allerdings die Motivation, sich selbst einzubringen.


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