Das Anschreiben: Formalia und Layout

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Soft Skills durch das Anschreiben verdeutlichen

Wenn du den Text formulierst, denke also daran: Alleine das Bewerbungsschreiben sollte für den Personalverantwortlichen Grund genug sein, dich zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Denn damit kannst du einige Soft Skills unter Beweis stellen. Du kannst dadurch – erstens – zeigen, dass du strukturiert denken und arbeiten kannst, indem du deine Argumentation logisch aufbaust und dem Text eine sinnvolle Struktur gibst. Zweitens kannst du beispielhaft klar machen, dass du dich gut ausdrücken kannst. Dazu musst du deinen Text so formulieren, dass du den Personaler mit der Kraft deiner Worte für dich gewinnst. Drittens kannst du den Recruiter davon überzeugen, dass du in der Lage bist, gut über dich zu reflektieren: Dein Anschreiben sollte deutlich machen, dass du dich gründlich mit deinen persönlichen Stärken und bisherigen Tätigkeiten auseinandergesetzt hast. Und viertens gibt es dir die Gelegenheit, dein Einfühlungsvermögen zu demonstrieren. Wenn du deine Argumente auf die ausgeschriebene Stelle zuschneidest, lieferst du dem Personaler das, was er benötigt: relevante und interessante Fakten, die für seine Entscheidung wichtig sind.

Für ihn zeigt sich in deinem Anschreiben, wie du später arbeiten wirst. Du lieferst ihm also eine erste Arbeitsprobe. Mache deshalb deutlich, dass du dir Mühe gegeben hast – und verfasse auf gar keinen Fall einen 08/15-Text, den du jedem Unternehmen schicken könntest.

Anschreiben Muster

Für squeaker.net-Mitglieder gibt es hier kommentierte Beispiele, Vorlagen und Muster für Anschreiben von Studenten, Absolventen und berufserfahrenen Bewerbern.

Die zentralen Fragen für ein gutes Anschreiben

Bevor wir dir im Detail zeigen, worauf es ankommt, solltest du dir klar machen, mit welchen Fragen im Hinterkopf der Personalverantwortliche deine Unterlagen durchgeht:

  • Warum interessierst du dich gerade für diese Stelle?
  • Inwiefern erfüllst du die Anforderungen, die für diese Stelle benötigt werden?
  • Bringst du Zusatzqualifikationen mit, die für das Unternehmen nützlich sein können?
  • Was motiviert dich?
  • Passt du zu dem Unternehmen?
  • Was sind deine Ziele?

Zu jeder Frage musst du im Anschreiben die nötigen Antworten liefern. Wie das am besten geht, werden wir im Folgenden zeigen. Zunächst wollen wir dir aber sagen, worauf es bei den Formalia ankommt. Denn wer sie nicht beachtet, gilt schnell als schlampig – und sammelt unnötig Minuspunkte.

Formalia und Layout im Bewerbungsschreiben: wie das Anschreiben gut aussieht und du seriös wirkst

Wenn du auf einige Regeln achtest, stellen die Formalia überhaupt kein Problem dar. Grundsätzlich gilt für das Anschreiben – wie auch für die gesamte Bewerbung–, dass die Seite optisch harmonisch wirken sollte. Dazu gehört

  • eine passende Schriftgröße: Wir empfehlen dir Schriftgröße 11 oder 12 – je nach Schrifttyp
  • durchgängig nur eine Schriftart und eine Papiersorte
  • keine zu ausgefallene Schriftart (wie z. B. die Comic Sans): Wähle lieber eine etwas klassischere Variante wie die Times oder die Arial. Auch die Georgia, Garamond oder Frutiger sind eine gute Wahl.
  • eine etwas dickere Papiersorte (z. B. 100 Gramm): Das sieht edler aus. Es sollte bloß kein Kopierpapier sein, denn das wirkt zu billig. Am besten lässt du dir in einem Schreibwarenladen unterschiedliche Papiersorten zeigen und entscheidest dich dann.
  • ein guter Ausdruck: Dafür solltest du unbedingt einen Laserdrucker benutzen. Dadurch wird der Druck scharf und verwischt nicht. Manchmal ist es auch eine gute Idee mit deinen Unterlagen zu einem Copy-Shop zu gehen.

Nun zum Anschreiben selbst, das maximal eine Seite lang sein sollte. Fangen wir beim Absender an. Es gibt drei Möglichkeiten, wo du deine persönlichen Angaben platzieren kannst: Entweder setzt du sie linksbündig oder rechtsbündig über die Firmenadresse, oder du nutzt eine Kopfzeile. Zu den persönlichen Angaben zählen Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Bei der Telefonnummer benutzt du am besten deine Handy-Nummer. Vielen Personalverantwortlichen ist es nämlich wichtig, Bewerber schnell zu erreichen. Kontrolliere außerdem sicherheitshalber vor der Bewerbung einmal deine Mailbox-Ansage: Ist sie seriös genug? So etwas wie „Mojän, laba auf die Box, Alta!“ finden deine Kumpels vielleicht gut, ist aber für den Personalverantwortlichen einer Unternehmensberatung oder Investmentbank ziemlich unpassend. Am besten merkst du dir die Nummer des Unternehmens. Dann kannst du dich entsprechend melden, wenn die Nummer im Telefon-Display erscheint. Auch bei der E-Mail-Adresse sollte man darauf achten, dass sie seriös wirkt; also beispielsweise vorname.nachname@provider.de und nicht sexychick88@hotmail.com.

anschreiben fehler

Leicht kann's in der Eile passieren - für Top-Jobs aber ein absolutes No-Go: Flüchtigkeitsfehler bei Firmenanschrift oder Anrede.

Peinliche Fehler bei Firmenadresse vermeiden

Ein Stolperstein für Bewerber kann im Anschreiben auch der Name des Ansprechpartners und die Firmenadresse sein. Schreibe sie unbedingt so ab, wie sie in der Anzeige angegeben sind. Fehlerfrei! Falls der Anzeigentext im Internet verfügbar ist, kopiere ihn einfach und füge ihn in dein Anschreiben ein. Das geht schnell, und du vermeidest dadurch peinliche Rechtschreibfehler. Vergiss auch nicht Titel wie „Dr.“, wenn du den Namen schreibst. Weglassen kannst du hingegen den Zusatz „z. Hd.“ für „zu Händen“. Es reicht, unter dem Firmennamen den Namen des Ansprechpartners anzugeben.

Nachdem du die Angaben zu Absender und Empfänger eingefügt hast, setzt du darunter rechtsbündig den Ort und das aktuelle Datum. Ein „den“ gehört übrigens nicht hinter den Ort. Nach einer Leerzeile schreibst du – jetzt wiederum linksbündig – den Betreff. An dieser Stelle gibst du kurz an, für welche Stelle du dich bewirbst und ergänzt, wo du die Anzeige gefunden hast. Falls eine Kennziffer angegeben war, schreibst du diese ebenfalls dazu. Dadurch können die Personalverantwortlichen die Bewerbung schneller zuordnen – bei Hunderten von Bewerbungen eine große Erleichterung. Der Betreff kann dann beispielsweise so aussehen: „Bewerbung als …, Ihre Stellenanzeige vom 12. Januar 2010 in der SZ (BewSZ-12012010)“. Während man früher in der Bewerbung vor diesen Text ein „Betr.:“ oder „Betreff:“ gesetzt hat, lässt man das heute weg.

Die lästigen aber notwendigen Formalia hast du nun im Griff. Jetzt geht es an den eigentlichen Anschreibentext. Eingangs geben wir ein paar Tipps dafür, was man bei der Sprache beachten sollte.


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