Erster Eindruck: Die Top 10 Fehler im Bewerbungsgespräch

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Absage To-Go! Wir zeigen dir in unseren Top 10 die schlimmsten Fehler im Bewerbungsgespräch und was du tun kannst um sie zu vermeiden.

Stress, Misserfolg, Fehler, Scheitern, Trauer, Müde, Kündigung, Ende
© Niki Love

via fotolia

Deine Hände sind schon ganz feucht und du gehst im Inneren nochmal alle Zeilen des Bewerbungsratgebers durch. Für den schlimmsten Fall hast du dir Geschichten über fiktive Arbeitgeber ausgedacht und wirst knallhart um dein Einstiegsgehalt pokern. Stop! Du hast den ersten Schritt geschafft – Grund genug, jetzt bei der Wahrheit zu bleiben und etwas Selbstvertrauen in das Bewerbungsgespräch zu bringen. Cleveres Selbstmarketing ist der Schlüssel zum Job. Mehr verraten wir dir in unseren Top 10 der schlimmsten Fehler bei Bewerbungsgesprächen.  

1. Es war einmal - Lügen haben kurzen Beine

Du bist nervös und hast das Gefühl, dass du sowieso keine Chance hast. Derart von dir selbst in die Enge getrieben, siehst du nur noch eine Möglichkeit: Geschichten von fiktiven, großartigen Arbeitgebern (aka Praktikum), horrenden Gehältern und einzigartigen Projektabschlüssen in Hong Kong und New York (aka FSJ). Ach ja, und dein soziales Engagement in Tansania (aka Safariurlaub) hast du ja auch ganz vergessen, im Lebenslauf zu erwähnen. Sicherlich ... Bitte widerstehe in jedem Fall der Protzerei und Lügengeschichten. Wenn deine Schummeleien nicht direkt im Gespräch auffallen (Stichwort Korrelation mit Bewerbungsunterlagen), werden sie spätestens im Arbeitsverhältnis auffliegen.

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2. 5 nach 12: Fettnäpfchen Unpünktlichkeit

Sorry, aber wer zu spät zu einem Bewerbungsgespräch erscheint, hat meist schon vor dem ersten Händedruck verloren. Aus diesem Schlamassel können dich nur noch triftige Gründe und eine 1-A-Performance wieder rausholen. Wie willst du später ein Termingeschäft rechtzeitig abwickeln, wenn du dich nicht einmal rechtzeitig auf den Weg machst? Also ganz klarer Fall: Lass’ es gar nicht erst soweit kommen. Das erhöht deine Chancen, schont deine Nerven und den Hemdstoff unter deinen Achseln. Checke rechtzeitig, wie du gelassen und rechtzeitig zum Gespräch kommst. Es macht überhaupt nichts, vor dem Gespräch noch eine halbe Stunde für sich zu haben, um noch einmal durchzuatmen.

3. Pssst ... das sagt man nicht!

Du brennst für die Stelle und bist neugierig bis in die Haarspitzen, wirklich alles über das Unternehmen, Benefits und deinen vermeintlichen Vorgänger zu erfahren. Nun aber erst einmal sachte. Im Erstgespräch empfiehlt es sich, gewisse Fragen nicht zu stellen, die entweder in einem späteren Stadium zum Tragen kommen oder die per se vom HR Manger gestellt werden sollten. 

Die Top 5 Dinge, die man als Young Professional im ersten Bewerbungsgespräch nicht sagt:

"Wie sieht’s aus mit meiner Work-Life-Balance?" Klar, ein Riesenthema aber du möchtest doch nicht beim ersten Kennenlernen den Eindruck eines Benefit-Jägers vermitteln, oder?

"Wie lange dauert das denn noch?" Auch wenn das Gespräch noch so lange dauert (was erst einmal ein gutes Zeichen ist) und du noch einen wichtigen Termin hast, ist diese Frage selbstverständlich tabu. Schaffe genügend Freiraum für das Bewerbungsgespräch und vermeide jedwede Drängelei. Schließlich nimmt sich der Recruiter auch Zeit für dich. 

"Und was springt dabei raus?" Fakt ist: den Startschuss für die Gehaltsverhandlung zu geben ist Sache des Personalers und gehört in der Regel in die letzte Gesprächsrunde. Wenn es dann immer noch nicht zur Sprache gekommen ist, darfst du nachharken. 

"Was hat denn der Vorgänger verbockt?" Klar, mehr über das Warum und Weshalb zum Ausschied deines Vorgängers zu erfahren, wäre ja so interessant – aber leider auch sooo tabu. So eine Frage würde den Arbeitsgeber nur unnötig in Verlegenheit bringen. Und ganz ehrlich, wie hoch schätzt du die Chancen ein, dass er die Wahrheit sagen würde? 

"Kennen Sie den schon?" Es mag auf den ersten Blick merkwürdig erscheinen, aber da es immer wieder bei Bewerbungsgesprächen passiert, weisen wir noch einmal drauf hin: keine Witze im Erstgespräch bitte. Wenn es zu der Situation passt, ist natürlich nichts gegen einen etwas lockeren Spruch zu sagen, aber hüte dich generell vor Witzen oder Sprüchen und erst Recht, wenn es um's Unternehmen geht. Alles schon passiert: Bewerber, die mit einem Scherz auf Kosten anderer Mitarbeiter wie "Was ist das denn für ein furchtbarer Drachen im Sekretariat?" gleich die Absage to go kassiert haben 

Insider-Tipp

Hier lernst du im Gegenzug smarte Fragen für dein nächstes Vorstellungsgespräch kennen!

4. Don’t come as you are – Kleidung im Bewerbungsgespräch

Unsere heißesten Tipps, um gleich beim Betreten des Büros eine Absage zu erhalten? Komme in deinem liebsten Strandlook, versprühe das Odeur einer Douglas-Parfümverkäuferin und zeige mit dreckigen Fingernägeln, dass du dich auch mal gerne schmutzig machst. Auf dein „pfft, das ist ja wohl klar“ können wir an der Stelle leider nur entgegen: „Ist leider alles schon passiert." Auch wenn natürlich die wenigsten Bewerber zum Vorstellungsgespräch zu Flip Flops und Glitzertäschchen greifen, gibt es immer noch Verunsicherung in Puncto Kleiderregeln im Bewerbungsgespräch.

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Mit dieser kleinen Kleidungsetikette liegen Nachwuchsconsultants und Bankerinnen richtig:  

Hier findest du einen kurzen Ratgeber für die gepflegte Business-Woman von heute in puncto Frauen-Dresscode fürs Vorstellungsgespräch. Wer sich bezüglich der Kleider-Etikette für Männer noch einmal versichern möchte, kann sich in unserem Artikel ein paar nützliche Tipps holen.

5. In eigener Sache: Mut zum Selbstmarketing im Bewerbungsgespräch

Erst verbieten wir dir zu lügen und dann fordern wir dich zum Marketing in eigener Sache auf? Ganz recht. Zugegeben, zwischen Schönfärbereien und cleverer Eigen-PR liegt ein schmaler Grat, den es nur an einer passenden Stelle zu überschreiten gilt. In Kürze: Finger weg von Lügen oder Übertreibungen, aber lass’ bitte genauso auch das Mauerblümchen zuhause. Zeig, was du wirklich kannst und sag, was du geleistet hast. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht.  

Insider-Tipp

Du fühlst dich in Puncto Selbstmarketing noch nicht fit? Dann versuche dich an unseren Tipps für die wichtigsten Softskills!

6. McKinsey? Klar, schon mal gehört.

Sorry, aber „davon habe ich schon mal was gehört“, ist keine Antwort, die wir in einem professionellen Bewerbungsgespräch gelten lassen. Es reicht nicht, wenn dir die Namen McKinsey, BCG oder Union Investment bloß etwas sagen. Bewirbst du dich bei diesen oder anderen Top-Arbeitgebern, gehört eine gründliche Web-Recherche zum A&O. Dabei solltest du dich nicht nur über bloße Zahlen informieren, sondern über den Tellerrand schauen. Die wichtigsten Facts & Figures sowie zahlreiche Hintergrundinformationen zu den begehrtesten Adressen für deine Bewerbung findest du übrigens auf squeaker.net. Die Recherche über den Gesprächspartner eignet sich übrigens auch hervorragend, um eigene Fragen zu entwickeln und bei Gelegenheit parat zu haben.  

Insider-Tipp

„Schlecht in Erinnerung bleibt, wenn man nur die Informationen der Unternehmenswebsite rezitiert.“ Dr. Folke Werner, Leiter Recruiting bei PwC.

7. Nase hübsch oben tragen– Überheblichkeit & Desinteresse sind fehl am Platz

Du hast ein Prädikatsexamen hingelegt, bist der Beste deines Jahrgangs und deine Eltern attestierten dir bereits mit Fünf, dass du einmal einer der ganz Großen sein wirst. Dass du dich während deines Studiums so ins Zeug gelegt hast, ist wirklich klasse, keine Frage. Aber bitte binde dem Recruiter nicht in jedem zweiten Satz auf die Nase, dass er schon einmal den Fahrstuhl in die Führungsetage holen soll. Deine wichtigsten Infos hat er sowieso – sonst würdest du ihm nicht gegenüber sitzen. Versuche lieber, deine Kenntnisse an den richtigen Stellen oder auf Nachfrage gezielt einzusetzen und angemessen zu präsentieren. Ganz schnell unten durch bist du übrigens auch, wenn du dich bereits bei der Sekretärin oder dem Pförtner aufspielst. Und leider immer wieder beobachtet: Männer, die bei weiblichen Recruiterinnen den dicken Max markieren, oder weibliche Nachwuchskräfte, die beim HR Manager versuchen, zu kokettieren. Merke: Die ganz großen Nachwuchstalente überzeugen mit Leistung und Freundlichkeit und nicht mit lächerlichem Machtgehabe am Team vorbei.

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„Negativ fallen sicherlich Kandidaten auf, die zu selbstsicher bis arrogant auftreten. Ich kann mich noch gut an einen Kandidaten erinnern, der mir recht offensiv mitgeteilt hat, dass er sowieso ein Angebot bei einer der Top-Beratungen bekommen wird, und es daher gar nicht so wichtig ist, ob es heute bei BCG klappt oder nicht.“ BCG-Recruiting Director Daniel Feldkamp über den richtigen Ton im Vorstellungsgespräch.

8. Den Karriereratgeber auswendig lernen

Es gibt wahnsinnig gute Karriereratgeber, die dich optimal auf ein Bewerbungsgespräch als Junior Consultant oder Banker vorbreiten. Allerdings hat dich der HR Manager nicht zu einer Lesung eingeladen, sondern zu einem Vorstellungstermin deiner persönlichen Kenntnisse. Nimm dir gerne die klugen Tipps aus Ratgebern zu Herzen aber bitte widerstehe dem Versuch, die Formulierungen auswendig zu lernen und runterzuspulen. Ein geschulter Recruiter kommt dir sofort auf die Schliche.    

Insider-Tipp

„Es ist immer wichtig in der Bewerbung bei Unternehmensberatungen authentisch zu sein und nicht daran zu denken, wie man als Berater sein sollte.“ Stefan Menden, squeaker.net-Gründer.

9. Gossip & üble Nachrede – absolutes No-Go

Never ever! Gerüchte, Bürotratsch oder abfällige Bemerkungen über deinen jetzigen oder letzten Arbeitgeber sind ein absolutes Don’t und sind Kinderkram in einem Bewerbungsgespräch. Es ist ungeschriebenes Gesetz und eine gewisse Frage des Anstands, nicht über den letzten Boss oder die Kollegen herzuziehen. Du kennst doch mit Sicherheit auch das mulmige Gefühl, selbst mal Gossipopfer zu sein, sobald Kollegen über einen nicht anwesenden Mitarbeiter lästern? Und genauso geht es dem Personaler gegenüber. Gut, aber was ist mit Ehrlichkeit? Versuche unangenehme Fragen nach etwaigen negativen Seiten deines vorherigen Jobs möglichst diplomatisch zu beantworten. Werde nicht persönlich, sondern benenne lieber möglichst sachlich Faktoren, die dich gestört haben. Übrigens ein top Moment, um mit Insiderinfos zum aktuellen Unternehmen zu punkten. Kleine Kostprobe: „Ich bin mit meinem Wunsch mich fortzubilden bei der Firma XY an Grenzen gestoßen. Umso mehr reizt mich Ihr berufsbegleitendes MBA Programm.“ 

10. Immer erreichbar sein – Weg mit dem Smartphone!

Es führt schon in der Vorlesung zu verschämtem Grinsen und vermutlich ist es jedem klar, dass Whatsapp-Gefunke oder der furchtbar witzige Klingelton deiner Mädelstruppe in einem Bewerbungsgespräch soviel zu suchen haben wie Bikinibilder im Lebenslauf. Aber weil es doch immer wieder passiert und der verspätete Bus oder diese zu enge Anzugshose im letzten Moment alles andere vergessen machen: Schalte dein Handy aus oder lass’ es am besten gleich zuhause liegen.

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