Im Interview mit Maik und Simone von BearingPoint.
Maik: Ich bin Maik, Manager bei BearingPoint und verantworte den Bereich SAP Change Management mit. Seit 20 Jahren begleite ich digitale Transformationen und beschäftige mich mit der Frage, wie Menschen gut durch Veränderungen geführt und in neuen Rollen gestärkt werden können. Besonders motiviert mich zu sehen, wie Mitarbeitende durch die richtige Unterstützung wachsen und Verantwortung übernehmen.
Simone: Ich bin Simone und arbeite als Senior Consultant im Organisational Change Management bei BearingPoint. Mein Fokus liegt darauf, dass neue Prozesse und Tools nicht nur eingeführt, sondern im Arbeitsalltag wirklich verstanden und genutzt werden. Mit meinem Hintergrund in Psychologie und Wirtschaft begleite ich seit über vier Jahren vor allem SAP-Transformationen – mit einem besonderen Fokus auf Training, Enablement und Digital Adoption.
"Für Unternehmen wird es immer wichtiger, nicht nur technologische Transformation zu managen, sondern sich schneller anzupassen und Mitarbeitende in neuen Rollen gezielt zu befähigen."
Maik Ganswig, Manager bei BearingPoint
Welche digitalen Trends verändern aktuell, wie Unternehmen arbeiten?
Simone: Unternehmen arbeiten heute deutlich digitaler, vernetzter und datenbasierter als noch vor wenigen Jahren. Cloud-Technologien und Artificial Intelligence (AI)-gestützte Prozesse verändern Zusammenarbeit und Entscheidungswege, gerade im SAP-Umfeld. Gleichzeitig wandelt sich auch das Lernen: weg von rein klassischen Schulungen hin zu stärker arbeitsintegrierten, personalisierten Formaten. Change Management sorgt dabei dafür, dass diese Arbeitsweisen auch im Alltag ankommen.
Maik: Digitale Trends verändern darüber hinaus die Art, wie Organisationen geführt werden. Mit Cloud, datenbasiertem Arbeiten und insbesondere GenAI steigen Tempo, Transparenz und Automatisierung. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Orientierung und klarer Kommunikation in der Veränderung. Für Unternehmen wird es deshalb immer wichtiger, nicht nur technologische Transformation zu managen. Sie müssen lernen, sich schneller anzupassen und Mitarbeitende in neuen Rollen gezielt zu befähigen.
Wie trägt euer Team zu Organisational Change Management-Projekten bei?
Maik: Unser Team unterstützt SAP-basierte Transformationen dabei, Veränderungen nicht nur technisch umzusetzen, sondern nachhaltig in der Organisation zu verankern. Dazu gehören unter anderem Führungsentwicklung, Change-Kommunikation, Trainings und Digital-Adoption-Maßnahmen. Unser Ziel ist es, die Grundlage dafür zu schaffen, dass Mitarbeitende Systeme sicher und wirksam anwenden – denn echter Wandel beginnt erst nach dem Go Live.
"Qualität entsteht jedoch nie durch AI allein – sondern durch Menschen mit tiefem Fachwissen und einem klaren Verständnis für ihre Zielgruppe."
Simone Venier, Senior Consultant bei BearingPoint
Wie unterstützt euch GenAI dabei konkret?
Simone: GenAI unterstützt vor allem als Beschleuniger. Zum Beispiel erstellen wir erste Entwürfe für Trainingsunterlagen, Prozessdokumentationen oder Kommunikationsinhalte effizienter. Auch bei Visualisierungen und Videoerstellung hilft AI weiter. Qualität entsteht jedoch nie durch AI allein – sondern durch Menschen mit tiefem Fachwissen und einem klaren Verständnis für ihre Zielgruppe.
Maik: Um hier zu ergänzen: Wir nutzen GenAI auch als Sparringspartner entlang des Change Management Life Cycles – etwa bei Analysen großer Datenmengen oder der Co-Creation erster Lösungsansätze. Als „Coach“ hilft AI zudem, eigene Denkfehler zu erkennen und neue Perspektiven einzunehmen.
Welche GenAI-Funktion würdest du dir im Kontext Change Management für die Zukunft wünschen, Maik?
Maik: Ich wünsche mir eine GenAI-Funktion, die Change‑Prozesse situativ unterstützt: also Daten aus Feedback, Nutzung und Kommunikation bündelt und zeigt, wo Veränderung wirkt – und wo nicht. Mit konkreten Empfehlungen, wie Change gezielt nachgesteuert werden muss.
Welche Human Skills bleiben im Consulting unverzichtbar?
Maik: AI kann Prozesse beschleunigen, aber keine echte Orientierung geben. Im Consulting geht es oft darum, Spannungen zu erkennen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und Führungskräfte so zu befähigen, dass sie Veränderung glaubwürdig vertreten können. Dafür braucht es Urteilsvermögen, Empathie und ein gutes Gespür für den jeweiligen Kontext – also genau die Dinge, die nicht sauber in einem Datensatz stehen. AI ist ein starkes Werkzeug, aber ersetzt nicht die menschliche Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen und Menschen durch Veränderung zu führen.
Simone: Dem schließe ich mich an. AI kann Tempo machen, aber keine Beziehungen ersetzen. Gerade im Change Management sind Einfühlungsvermögen, Kommunikation und die Fähigkeit, Menschen zu motivieren, zentral. Veränderung erfolgreich zu begleiten, bleibt eine sehr menschliche Aufgabe.





