Was zeichnet gute Führungspersonen aus?

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08.11.2024
Köln
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Helen Yuanyuan Cao spricht im Interview über ihre Führungsposition bei einem Biotechnologie-Unternehmen, ihre Erfahrungen als Beraterin bei Bain & Company und Tipps für junge Frauen, die künftige Führungsaufgaben anstreben.

Helen Yuanyuan Cao ist Head of Global Market Management beim Biotechnologie-Unternehmen Qiagen. Zuvor war sie fünf Jahre als Unternehmensberaterin bei Bain & Company tätig. Cao wurde 2013 von der Initiative „Generation CEO“ zur Managerin des Jahres ausgezeichnet und beim Award „40 Köpfe, auf die Sie 2014 achten sollten“ der Wirtschaftswoche genannt.

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Frau Cao, Sie wurden 2013 von der Initiative „Generation CEO“ zur Managerin des Jahres ausgezeichnet. Was macht eine gute Führungsperson aus?

Eine gute Führungsperson zeigt Interesse für Menschen und den Wunsch, sie zu fördern und wachsen zu sehen. Sie hat Klarheit über die Ziele des Teams und ein Verständnis dafür, welche Fähigkeiten und Ressourcen notwendig sind, diese zu erreichen. Und wichtig ist auch der Blick für Teamdynamiken und die Fähigkeit, eine Teamkultur zu schaffen, in der die jeweiligen individuellen Stärken der Teammitglieder eingebracht werden – wie in einem Orchester.

Sie sind Head of Global Market Management in einem großen Biotechnologie-Unternehmen. Wie kam es dazu?

Nach fünf Jahren in der Managementberatung bei Bain & Company habe ich Neurobiologie studiert und im Labor geforscht. Das Studium, das ich aus reiner Neugierde und Lust begonnen habe, war etwas völlig anderes. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass mir dieser Bereich liegt. Deshalb bin ich bei Qiagen, einem Biotechnologie-Unternehmen im Bereich Genetik, eingestiegen. Zunächst war ich dort in der Strategieentwicklung tätig, bis ich vor zwei Jahren einen neuen operativen Bereich im strategischen Marketing und für das Scouting neuer Trends aufgebaut habe. Neben meiner Hauptbeschäftigung engagiere ich mich zudem im Bereich Entrepreneurship als Mentorin und Angel Investor für Digital-Health-Startups.

Wie profitieren Sie von Ihrer Erfahrung in der Managementberatung für Ihre heutige Führungsposition?

Es gibt sicherlich eine Reihe von Dingen, die ich während meiner Zeit bei Bain gelernt und mitgenommen habe. Besonders hervorheben möchte ich zwei Themen: Erstens die Kombination von „Can-do-attitude“ und einen absoluten Anspruch an Qualität. Mit anderen Worten die Zuversicht, jedes noch so große und unbekannte Projekt anzupacken und gleichzeitig der stetige Anspruch, höchste Qualität zu liefern. Dieses Gedankengut halte ich für ungeheuer wichtig, um große Themen zu bewegen. Zweitens die Kultur und Werte. Bain hat starke Werte, die in allen Büros und für jeden Bainie spürbar sind. Damals habe ich es eher als selbstverständlich angenommen; über die Zeit habe ich gemerkt, dass Kultur und Werte die Dinge sind, die das Verhalten von Menschen in einer Organisation prägen und maßgeblich den Alltag jeder Institution ausmachen.

Führung/Boss
Logo von Bain & Company

Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Die meiste Zeit verbringe ich in Meetings, mit meinem Team sowie anderen Teams innerhalb von Qiagen. Zudem blocke ich mir regelmäßig Zeit für konzeptionelle Arbeit und um mich über Trends der Industrie zu informieren. Dazu kommt einiges an Reisetätigkeiten wie Kundenbesuche, Konferenzen und der Besuch verschiedener Standorte von Qiagen, auch in den USA und Asien. Ich bin jemand, der gerne unter Leuten ist und gleichzeitig viel Zeit zur Reflexion braucht – meine Arbeitstage plane ich entsprechend.

Was sind Ihre beruflichen und privaten Ziele für die nächsten Jahre?

Ich möchte Themen voranbringen, die mir am Herzen liegen und die meiner Meinung nach die Welt besser machen. Konkret sind es drei Themen: Healthcare, Entrepreneurial Spirit und Organisational Culture. Persönlich finde ich die Freiheit wichtig, stets ein Leben zu führen, das meinen Werten entspricht.

Abschließend einige Tipps: Worauf sollten junge Frauen achten, wenn sie künftige Führungsaufgaben anstreben?

Spontan würde ich sagen, sich nicht als „jung“ und als „Minorität“ zu empfinden, sondern als künftige Führungskraft und entsprechend zu handeln. Sich immer wieder Zeit nehmen, das „Big Picture“ zu sehen und darüber auch mit Kollegen außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs zu sprechen. Eine Meinung haben und sich trauen, diese zu kommunizieren. Und sich bewusst sein, dass es bei Führung primär um den Umgang mit Menschen geht und sich dieser Verantwortung bewusst sein. 

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