Der SQUEAKER Ratgeber
Gehaltsverhandlung: Tipps für deinen Job im Consulting
Du hast den Einstieg ins Consulting geschafft, machst einen guten Job und willst nun besser verdienen? Dann steht eine Gehaltsverhandlung an. Tipps dafür gibt es viele – doch welche bringen dich wirklich weiter, wenn du als Junior-Berater:in ein höheres Gehalt herausholen willst? Und welche Gehälter sind bei Top-Beratungen wie BCG, Roland Berger oder Kearney eigentlich üblich? Wir zeigen dir, wie du dich optimal auf eine Gehaltsverhandlung vorbereitest, worauf es im Gespräch ankommt und welche Fehler du vermeiden solltest.
Im Überblick: Die wichtigsten Tipps für Gehaltsverhandlungen
- Eine Gehaltsverhandlung muss gut vorbereitet sein. Informiere dich über deinen Marktwert und übliche Gehälter in deiner Position – und dann passe den richtigen Zeitpunkt für das Gespräch ab.
- Lege vorher eine Liste an, warum du mehr Gehalt bekommen solltest: Diese Punkte können in der Gehaltsverhandlung entscheidend sein.
- Bleibe freundlich und fair, halte dich an die Fakten und vermeide emotionale Reaktionen – so führst du eine Gehaltsverhandlung, die sich auszahlt.
Wie sieht die perfekte Vorbereitung für Gehaltsverhandlungen aus?
Klar ist: Du solltest dich für eine Gehaltsverhandlung gut vorbereiten – das gilt im Consulting wie in anderen Branchen. Dazu gehört es, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, den Markt zu kennen und im Gespräch genau die Informationen parat zu haben, die für eine Gehaltserhöhung zählen. Nimm das Thema ernst und setze die folgenden Schritte um, bevor du in die Gehaltsverhandlung gehst – mit diesen Tipps steht dem nächsten Gehaltssprung sicher nichts im Weg.
Der richtige Zeitpunkt für eine Gehaltserhöhung
Einer der wichtigsten Tipps zur Gehaltsverhandlung: Passe das richtige Timing ab. Vielleicht gibt es bei deinem Arbeitgeber regelmäßige Mitarbeiter:innengespräche, in denen du das Thema platzieren kannst. Ansonsten gilt: Überlege dir gut, wann du um einen Termin zur Gehaltsverhandlung bittest. Denn klar ist, dass ein solches Gespräch vereinbart werden soll – es wird niemals zwischen Tür und Angel geführt.
Wann ein guter Zeitpunkt ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wähle keine zu stressige Phase, in der es vielleicht sogar akute Probleme mit Kunden gibt. Ein wichtiges Projekt ist gerade abgesagt worden, du selbst hast in den letzten Wochen nicht die stärkste Performance gezeigt? Dann warte lieber etwas. Natürlich gibt es auch nie das eine perfekte Timing – denn arbeitsintensive Phasen kannst du immer als Ausrede nehmen, um die Gehaltsverhandlung hinauszuzögern.
Was einen möglichst guten Zeitpunkt ausmacht? Ihr habt gerade ein Projekt erfolgreich abgeschlossen, dabei hast du idealerweise einen entscheidenden Beitrag geleistet? Du bist stolz auf deine eigene Entwicklung in den letzten Monaten? Dann sind das gute Voraussetzungen, um einen Termin für eine Gehaltsverhandlung zu vereinbaren. Zu kurzfristig solltest du das Gespräch nicht ansetzen – denn die folgenden Tipps zur Gehaltsverhandlung und ihrer Vorbereitung zeigen, dass du noch einige To-Dos hast, bevor es so weit ist.
Wie viel Gehalt ist in deiner Branche üblich?
Alle Tipps zur Gehaltsverhandlung sind wertlos, wenn du nicht weißt, wie hoch dein Marktwert ungefähr ist. Also finde heraus, welches Gehalt in deiner Branche und deiner Position üblich ist. Die gute Nachricht: Für alle Stellen im Consulting kannst du unseren SQUEAKER-Gehaltsrechner nutzen. Gib hier deinen Studienabschluss, deine Uni und Infos zur bisherigen Karriere an – schon erfährst du, wie viel Gehalt für dich üblich ist.
Spannend in diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse aus der SQUEAKER Consulting Excellence Studie von 2025. Von 2000 Befragten gaben 95 Prozent an, dass die Gehaltsentwicklung bei den Kriterien für die Arbeitgeberwahl im Consulting entscheidend ist. Und hier gehen Erwartungen und Realität etwas auseinander: Die Befragten erwarteten beim Festeinstieg im Schnitt ein Gehalt von 5.743 Euro, tatsächlich bekommen haben sie 5.026 Euro.
Wenn du vor deiner Gehaltsverhandlung Tipps suchst, sind auch Insider-Berichte von anderen Consulting-Einsteiger:innen von unschätzbarem Wert. Hier liefern wir dir spannende Einblicke: Erfahre von unserer Community, welche Gehälter bei Accenture, Deloitte oder KPMG gezahlt werden.
Grundsätzlich gibt es beim Gehalt Unterschiede je nach Branche, Spezialisierung, Qualifikation und Berufserfahrung: Mit jedem Jahr Karriere steigt dein Wert, gleichzeitig gibt es Bereiche wie die Strategieberatung, in denen tendenziell ein hohes Gehalt gezahlt wird. Stelle so viele Informationen wie möglich zusammen, die zeigen, welches Gehalt zu dir und deiner Position passt – schon ist ein wichtiger Schritt geschafft.
Wenn du alle relevanten Zahlen zu einem angemessenen Gehalt zusammengestellt hast, kannst du es mit deinem aktuellen Verdienst vergleichen und siehst so schnell, welche Erhöhung angemessen ist. Es gibt grobe Richtwerte, an denen du dich zusätzlich orientieren kannst: Bleibst du in der gleichen Stelle, sind oft um die fünf Prozent Erhöhung möglich, wenn deine Gehaltserhöhung an die zusätzliche Übernahme von Verantwortung oder einen Aufstieg geknüpft ist, sind auch 15 bis 20 Prozent drin.
Das sind Werte zur Orientierung, deine tatsächliche Forderung kannst du daran ausrichten, du solltest dich aber unbedingt auf die zuvor zusammengestellten Zahlen und deine individuelle Situation stützen, bevor du dein künftiges Wunschgehalt formulierst.
Warum DU eine Gehaltserhöhung bekommen solltest
Vor der Gehaltsverhandlung der wichtigste Tipp: Kenne deine Leistung und stelle eine ganze Liste mit Gründen zusammen, warum du für das Unternehmen so wertvoll bist. Die folgenden Fragen können dabei helfen:
- An welchen erfolgreichen Projekten hast du teilgenommen?
- Welchen Anteil trugst du am Erfolg?
- Welche neuen Skills hast du erlernt?
- Hast du sichtbare Umsatzsteigerungen durch deine Arbeit erzielt?
- Wie oft investierst du zusätzliche Zeit und Energie, um wirklich etwas voranzubringen?
- Welche besonderen Aufgaben landen häufig bei dir?
- Welche Erfolge sind in der nahen Zukunft von dir zu erwarten?
- Bekommst du oft Wertschätzung von Kolleg:innen oder Führungskräften für deinen Einsatz und deine Ergebnisse?
Formuliere eine möglichst lange und überzeugende Liste mit solchen Punkten und habe sie im Kopf, bevor du in die Gehaltsverhandlung gehst. Tipp dafür: Du kannst die Liste natürlich auch ausgedruckt oder in digitaler Form mit in das Treffen nehmen – doch es wirkt wenig authentisch und überzeugend, wenn du deine Erfolge im persönlichen Gespräch abliest.
Was sind gute Argumente in der Gehaltsverhandlung?
Du weißt jetzt, wann ein guter Zeitpunkt für die Gehaltsverhandlung ist, wie dein Marktwert ist und welche Leistungen du erbringst, die eine Gehaltsverhandlung rechtfertigen. Eine gute Ausgangslage – doch es gibt noch mehr Argumente, die dir mehr Geld einbringen können. Dazu gehört die positive wirtschaftliche Entwicklung deines Arbeitgebers. Wenn du weißt, dass das Unternehmen (auch durch deinen Einsatz) gut verdient, kannst du einen Anteil daran einfordern.
Die allgemeine Entwicklung der Wirtschaft und des Marktes zeigt nach oben? Dann führe auch das an, um für dich persönlich ein höheres Gehalt herauszuhandeln. Gleiches gilt, wenn du weißt, dass andere Unternehmen mehr Geld für deine Leistung bezahlen würden. Allerdings ist hier einer der wichtigsten Tipps für die Gehaltsverhandlung: Nutze dieses Wissen nicht, um dein Gegenüber unter Druck zu setzen. Du kannst erwähnen, dass du weißt, dass anderswo die Gehälter höher sind und du deshalb um eine Erhöhung verhandelst – drohe allerdings nicht mit deiner Kündigung, falls du die gewünschte Summe nicht bekommst.
Ein letztes Argument, das dich in der Gehaltsverhandlung weiterbringt: deine Motivation und Entwicklungsbereitschaft. Skizziere einen Blick in die Zukunft, nenne Weiterbildungen, die du anstrebst und Erfolge, die du erreichen willst. Das zeigt dein Engagement und deinen Wert fürs Unternehmen.
Häufige Fehler in der Gehaltsverhandlung
Wie gerade erwähnt: Wenn du dein Gegenüber unter Druck setzt oder gar erpresst, indem du deinen Wechsel zur Konkurrenz andeutest, ist das keine gute Ausgangslage. Außerdem solltest du nicht mit dem Gehalt deiner Kolleg:innen argumentieren, die in deinen Augen weniger leisten, obwohl sie (vermutlich) mehr verdienen. Das zeugt nicht von Teamgeist und wertschätzendem Verhalten unter Kolleg:innen – es wird von keiner Führungskraft gern gesehen.
Was ebenfalls nicht überzeugt, ist ein Hinweis auf deine persönliche Situation oder steigende Kosten. Dein Arbeitgeber wird dir nicht mehr Geld zahlen, weil du gerade mehr Geld brauchst. Hier entscheidet klar deine Leistung für das Unternehmen.
Zwei weitere Fehler, die eng beieinander liegen und durch gute Vorbereitung zu umgehen sind: zu hoch pokern oder zu tief stapeln. Verlangst du deutlich zu viel Geld, kann das unvorbereitet oder selbstüberschätzend wirken. Bittest du um eine zu geringe Erhöhung, kannst du es dir auch gleich sparen: Das kommt rüber, als seist du von deinen eigenen Leistungen nicht überzeugt und hättest nicht den Mut, für dich selbst einzustehen.
Gehaltsverhandlung: Tipps für einen guten Gesprächsablauf
Die Vorbereitung ist erledigt, der Termin vereinbart und jetzt steht die Gehaltsverhandlung an? Dann beachte die folgenden Tipps für das Gespräch, um am Ende das Ergebnis zu erzielen, das du anstrebst:
- Tritt selbstbewusst auf. Deine Haltung kann über den Ausgang der Gehaltsverhandlung entscheiden. Kenne deinen Wert und sei dir deiner Leistungen bewusst, ohne dabei überheblich zu wirken. Ein gesundes und natürliches Selbstbewusstsein bringt dich ans Ziel.
- Sprich langsam, sachlich und überzeugend. Am besten übst du die bevorstehende Gehaltsverhandlung mit Freund:innen, damit du nicht ins Stottern gerätst oder deine Stimmlage verrät, wie unsicher du bist.
- Bleib respektvoll und klar. Ihr führt eine Verhandlung, bei der beide Seiten versuchen, das Beste für sich herauszuholen – aber es ist kein Kampf. Wichtig ist es, freundlich und fair zu sein.
- Stelle Fakten vor Emotionen. Wenn es möglich ist, vermeide emotionale Reaktionen, sondern halte dich an die Fakten, die du in der Vorbereitung zusammengestellt hast.
- Nenne die erste Zahl. Wer zuerst seinen Gehaltsvorschlag macht, ist im Vorteil – denn das setzt den Ausgangspunkt für die weitere Verhandlung. Also hab den Mut, dein angestrebtes Gehalt zu nennen, bevor dein Gegenüber einen Vorschlag macht.
- Akzeptiere kein Angebot vorschnell. Auch wenn dir direkt eine Zahl genannt wird: Nimm dir Zeit. Ein erstes Angebot ist selten das Ende der Verhandlung, sondern meist der Einstieg.
- Formuliere positiv. Richte den Fokus auf deine Leistungen, deine Entwicklung und deinen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Eine konstruktive Sprache unterstützt eine sachliche und zielführende Verhandlung.
- Spiegel dein Gegenüber. Passe dich in Tempo, Tonfall und Körpersprache leicht an deinen Gesprächspartner an. Dadurch schaffst du auf dezente Weise eine vertrautere, angenehmere Gesprächsatmosphäre.
- Bereite dich auf mögliche Einwände vor. Überlege dir im Vorfeld, welche Argumente gegen eine Gehaltserhöhung kommen könnten, und entwickle passende Antworten. Wenn du Einwände sachlich aufgreifst, wirkst du souverän.
- Nutze bewusst eine ungerade Gehaltszahl. Eine nicht glatte Summe vermittelt deinem Gesprächspartner eine gute Vorbereitung. Sie signalisiert, dass dein Gehaltswunsch gut durchdacht ist, und erschwert es deinem Gegenüber, pauschal große Abstriche vorzunehmen.
- Sei offen für andere Wege. Vielleicht ist es aktuell nicht möglich, dein Gehaltsziel zu erreichen, aber es werden spannende Benefits angeboten? Dann sei offen dafür, prüfe das Angebot und geh flexibel auf diese Vorschläge ein.
- Sei kompromissbereit, aber stark. Mache nicht den Fehler, beim ersten „Nein“ oder beim ersten Gegenvorschlag einzuknicken. Es ist eine Verhandlung – und die kann über mehrere Runden gehen. Wenn du dich ausdauernd zeigst, macht das Eindruck.
Du weißt jetzt, wie du mehr Geld für dich herausholst. Beachte in der nächsten Gehaltsverhandlung diese Tipps, bleibe selbstbewusst, konsequent und kompromissbereit – dann steht sicher bald die Summe auf deiner Gehaltsabrechnung, die du dir als Ziel gesetzt hast.
Jenny ist Senior Content Marketing Managerin und entwickelt seit der Gründung von SQUEAKER Inhalte, die Talente und Beratungen zusammenbringen, Transparenz schaffen und authentische Einblicke ermöglichen. Ihr Fokus: Themen so aufbereiten, dass Kandidat:innen echten Mehrwert erhalten und fundierte Karriereentscheidungen treffen.