Der SQUEAKER Ratgeber

Auslandsaufenthalt im Studium

Dein Weg ins Ausland

Ein Auslandsaufenthalt kann dir sowohl persönlich als auch karrieretechnisch einen großen Mehrwert ermöglichen. Mit einer bewussten Planung wird dieses Jahr für dich zum vollen Erfolg! SQUEAKER erklärt dir, was du dabei beachten solltest.

Stipendium für deinen Auslandsaufenthalt

Auch für deinen Auslandsaufenthalt sind verschiedene Stipendiate möglich.

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Studium im Ausland

Ein Auslandsstudium gehört für die meisten Studenten zu ihrer Karriere. Egal, ob du ein Auslandssemester oder ein Vollstudium an einer ausländischen Hochschule machst – frühzeitige Planung erleichtert dir deinen Studienbeginn erheblich.

Auslandserfahrung zählt heute zu den Standard-Einstellungskriterien und ist Grundvoraussetzung für Top-Einstiegsjobs. Internationale Konzerne, Beratungen, Banken und Wirtschaftsprüfungen arbeiten alle in internationalen Teams und erwarten von Bewerbern Auslandserfahrung im Lebenslauf. Die deutsche Wirtschaft ist als führende Exportnation international extrem verflochten – du wirst immer mit Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeiten. Kaum ein Studierender verlässt daher seine Hochschule, ohne wenigstens ein paar Monate an einer anderen Universität verbracht zu haben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Während eines Auslandssemesters lernst du neue Kulturen und Menschen kennen, vertiefst Sprachkenntnisse und musst dich vielleicht zum ersten Mal in deinem Leben komplett allein organisieren. Das schafft Fähigkeiten, die du später im Job immer wieder abrufen wirst. Außerdem machst du eine einzigartige Erfahrung, welche nicht nur deinen Lebenslauf aufwertet, sondern deinen Horizont erweitert. Auch du hast dich dafür entschieden, einen mehr oder weniger großen Teil deiner Hochschulausbildung in einem fremden Land zu verbringen? Dann gibt es einiges zu beachten. Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie du bei deiner Planung für einen Auslandsaufenthalt vorgehen solltest.

Rechtzeitige Planung und Organisation des Auslandsaufenthalts

Unabhängig davon, für welche Alternative du dich entscheidest, eine frühzeitige Planung ist in allen Fällen unerlässlich. Spätestens ein Jahr, besser noch eineinhalb Jahre vor Beginn des Auslandsaufenthaltes sollten die Vorbereitungen starten. Erste Anlaufstelle ist dabei das Akademische Auslandsamt bzw. Foreign oder International Office der eigenen Hochschule. Hier gibt es meist spezielle Infoveranstaltungen zum EU-Austauschprogramm ERASMUS, aber auch zu privaten Anbietern und Studentenorganisationen, die sich der Vermittlung von Studierenden ins akademische Ausland verschrieben haben. Zudem hat jeder Fachbereich einen Zuständigen für Auslandsangelegenheiten. Wer sich lieber auf eigene Faust informieren möchte, erhält beispielsweise beim DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) nützliche Informationen zu deinem Wunschland und den dortigen Hochschulbedingungen. Außerdem erfährst du praktische Tipps zur Anerkennung von Prüfungsleistungen aus dem Ausland sowie zu Finanzierungsmöglichkeiten, beispielsweise durch ein Auslandsstipendium. Auch die Agentur für Arbeit kann dir weiterhelfen. So bietet die Auslandshotline der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) grundlegende Recherche zu allen nachgefragten Ländern (erreichbar von Montag bis Freitag, 8-18 Uhr, unter 0228/7131313). Eine weitere Alternative zum Auslandssemester ist das Praktikum im Ausland. Auch Praktika werden mittlerweile durch ERASMUS und andere Förderprogramme unterstützt und finanziert. Auch zu Auslandspraktika findest du Erfahrungsberichte auf squeaker.net.

Vollstudium im Ausland

Ein Vollstudium (vom ersten Semester bis zum Studienabschluss) an einer ausländischen Hochschule ist nur dann ratsam, wenn du auch tatsächlich vorhast, dein Studium im Ausland zu beenden. Quereinstiege in die deutsche Hochschullandschaft sind schwer möglich, da sich der Inhalt der einzelnen Fächer von Land zu Land meist stark unterscheidet. Außerdem können sich in bestimmten Berufsgruppen später Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Abschlüssen sowie der Zulassung zu Berufsfeldern ergeben. Wenn du dennoch ein komplettes Studium im Ausland absolvieren möchtest, solltest du dich bereits vor dem Abitur intensiv mit den Modalitäten eines Studiums in deinem Wunschland auseinandersetzen.

Dauer des Auslandsaufenthalts

Zunächst einmal solltest du dir überlegen, wie lange du im Ausland bleiben möchtest. Wenn du nur einen Teil (1-2 Semester) deines Studiums an einer ausländischen Hochschule verbringen willst, ist es ratsam, das Studium zunächst an einer deutschen Hochschule zu beginnen und erst dann ins Ausland zu gehen, wenn du bereits einen Überblick über die Anforderungen in deinem Fach gewonnen hast. Während deines Auslandssemesters kannst du dich von deiner Universität beurlauben lassen. Dies ist sinnvoll, da nicht alle im Ausland erworbenen Scheine automatisch im Heimatland anerkannt werden. Durch eine Beurlaubung bleiben die wertvollen Semesterwochenstunden trotzdem erhalten.

Auswahl des Ziellandes für dein Auslandsaufenthalt

Bei der Auswahl deines Ziels können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: Wer zum Beispiel Anglistik studiert, wird sein Auslandsstudium in ein Land legen, in dem die studierte Sprache gesprochen wird. Welcher Kulturkreis interessiert dich wirklich? Auch fachliche Gründe können bei der Entscheidung wichtig sein. In diesem Fall sollten ein Land und eine Hochschule gewählt werden, die ein gewisses Renommee garantieren. Manchmal kann man durch ein Austauschsemester an einer Tier-1 Uni studieren, was den Lebenslauf schmückt. Ansonsten kannst du dich von deinen persönlichen Interessen und Vorlieben leiten lassen – das Bauchgefühl ist an dieser Stelle meist das Richtige. 
Zu den beliebtesten Länder gehören zur Zeit Großbritannien, FrankreichSpanien und Italien, aber auch Skandinavien und Zentraleuropa. Die USA, China, Hongkong, Bali, Brasilien, Australien und Kanada sind ebenfalls begehrte internationale Ziele für ein Auslandsstudium.

Bewerbungsvoraussetzungen und Fristen für das Studium im Ausland

Hast du dich letztendlich für eine Hochschule entschieden, solltest du als erstes klären, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, um dort studieren zu dürfen. Informationen hierzu erhältst du wiederum beim Akademischen Auslandsamt deiner Universität. Grundvoraussetzung ist in den meisten Fällen ein Sprachtest (z. B. TOEFL). Auch ein Empfehlungsschreiben deines Professors (in englischer Sprache) ist häufig die Regel. Meist benötigt die ausländische Hochschule auch Kopien deiner Zeugnisse sowie ein Motivationsschreiben (Letter of Motivation), in dem du darlegen solltest, warum du ausgerechnet an dieser Hochschule studieren möchtest. Tipps zum Verfassen eines solchen Schreibens findest du auch bei Studitipps. Zudem solltest du dich spätestens ein Jahr vor Antritt vergewissern, wann du dich bei der ausländischen Hochschule einschreiben musst. Die Fristen unterscheiden sich häufig stark von denen deutscher Universitäten.

Finanzierung für dein Auslandstudium sichern

Ein Auslandsaufenthalt ist nicht ganz billig: Neben den anfallenden Reisekosten müssen Studenten häufig auch noch selbst für ihre Unterbringung sorgen. Wenn dann noch Studiengebühren gefordert werden, scheint der Traum vom Studium im Ausland für viele in weite Ferne zu rücken. Hochschulpartnerschaften vereinfachen die Finanzierung eines Auslandssemesters in der Regel sehr. Im Fall einer Partnerschaft zwischen der Hochschule im Ausland und deiner Heimat-Uni, entfallen z. B. die Kosten für Studiengebühren. Selbst wenn du nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügst, solltest du nicht den Kopf hängen lassen: Mittlerweile gibt es einen ganzen „Förderdschungel“, der ein Auslandsstudium für fast jeden greifbar macht. Informier dich bei squeaker.net über ein mögliches Auslandsstipendium und andere Förderprogramme. Lies auch die Erfahrungsberichte anderer Studenten und sprich sie direkt an, wenn du Fragen zur Organisation oder Finanzierung deines Auslandsstudiums hast. Beachte bei deinen Berechnungen für das Studium im Ausland, dass deine Lebenshaltungskosten etwa 30% höher ausfallen werden als zu Hause. Leg dir, wenn möglich, ein Finanzpolster für unvorhergesehen Ausgaben zu, damit du diese einmalige Erfahrung ohne finanzielle Sorgen erleben und Trips innerhalb deines Ziellandes unternehmen kannst.

Auslands-BAföG

So können deutsche Studierende für ein Studium im Ausland Auslands-BAföG beantragen. Dieses wird in Form eines Auslandszuschlags zusätzlich zur normalen BAföG-Förderung ausgezahlt; die Höhe ist vom gewählten Land abhängig und liegt zwischen 50 und 315 Euro. Besonders außerhalb der EU und der Schweiz sind die Förderbeiträge wesentlich höher als im Inland – was auch Studierenden zugute kommen kann, die aufgrund des Einkommens ihrer Eltern in Deutschland keine Förderung erhalten. Ein Antrag sollte mindestens 6 Monate vor Beginn des Auslandsstudiums beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung gestellt werden. Nützliche Informationen zu den Ämtern und zum Ablauf der Bewerbung erhälst du auch beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Stipendien und Förderprogramme

Für Studierende, die kein Bafög erhalten, kommt eventuell ein Auslandsstipendium in Frage. Der Vorteil ist, dass die Unterstützung, im Gegensatz zu BAföG-Beträgen, nicht zurückgezahlt werden muss. Die Höhe der Förderung ist dabei von der jeweiligen Stiftung abhängig. So vergeben einige Organisationen ein Stipendium ausschließlich zum Bestreiten des Lebensunterhalts vor Ort, andere beziehen auch Reisekosten, Studiengebühren oder Versicherungsschutz mit ein. Einer der größten Anbieter von Förderprogrammen für ein Auslandsstudium ist der DAAD, der eine übersichtliche Stipendien-Datenbank sowie weitere detaillierte Informationen zu Ausschreibungen und Bewerbungen. Er vergibt seit 1999 Stipendien für Auslandssemester und Auslandsaufenthalte an Studierende deutscher Hochschulen, die sich zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens im dritten Fachsemester befinden. Die Deutsche Bildung bietet eine Studienfinanzierung an, die auch für Auslandssemester genutzt werden kann. Weitere Tipps zur Finanzierung erhältst du beim Centrum für Hochschulentwicklung, dessen Informationsportal sich vor allem an Studienanfänger richtet.

Wohnen im Ausland

Andere Länder, andere Sitten: Während in Deutschland Wohnheime oder WGs wie selbstverständlich zur Hochschullandschaft dazu gehören, kann dies an ausländischen Universitäten ganz anders aussehen. Es empfiehlt sich also, bereits im Vorfeld Informationen über die jeweiligen Gepflogenheiten einzuholen und schon zuhause mit der Suche nach einer geeigneten Unterbringungsmöglichkeit zu beginnen. Du solltest dich zunächst direkt an die ausländische Hochschule wenden, um in Erfahrung zu bringen, ob möblierte Wohnheime zur Verfügung stehen oder ob die Möglichkeit der Unterbringung in einer studentischen Wohngemeinschaft besteht (z. B. „camere singole“ in Italien). Wer nirgends unterkommt, kann sich auch privat umschauen (Internet, schwarzes Brett, spezielle Immobilienzeitschriften) oder sich zunächst in einem Hostel einquartieren und vor Ort weitersuchen.

Endlich im Ausland

Endlich ist es geschafft – du setzt den ersten Fuß in die neue Hochschule. Selbstverständlich bist du jetzt aufgeregt und nervös. Doch keine Panik: Auch vor Ort gibt es immer Menschen, die dir bei Sorgen oder Problemen weiterhelfen können. Die Schnittstelle für Aktivitäten und andere Fragen an deiner neuen Uni ist das International Office. Hier wirst du von internationalen Studierenden sowie Wissenschaftlern betreut. Zudem findest du über die Büros leicht Kontakt zu Studentennetzwerken, die dir den Einstieg in dein neues Leben erleichtern können, indem sie beispielsweise gemeinsame sportliche Aktivitäten oder Partys veranstalten. Generell solltest du dein Auslandsstudium als einzigartige Chance in deinem Leben begreifen, die so nicht wiederkommen wird. Also genieße die Zeit mit allen Sinnen! Nutze die Angebote, die dir deine Uni bietet. Neben Hochschulsport werden auch oft Programme für Neulinge und internationale Studierende organisiert. Was auch immer du an Freizeitmöglichkeiten auswählst, versuche eben genau das zu machen, was in Deutschland nicht existiert. So kommst du Land und Leuten am nächsten. Denn ein Auslandsstudium hat viel mehr zu bieten als den Campus und ein neues Studiensystem.
Erleichtere anderen Studenten den Start im Ausland, in dem du von deinen persönlichen Erfahrungen auf squeaker.net berichtest.

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