Vielfalt im Consulting zeigt sich längst nicht mehr nur in Lebensläufen oder Studiengängen. Unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründe prägen heute viele Teams und verändern, wie Beratung funktioniert. Gleichzeitig hält sich das klassische Bild der Branche in vielen Köpfen weiterhin hartnäckig. Wie divers ist Consulting also wirklich? Und was braucht es, damit Vielfalt nicht nur sichtbar ist, sondern auch gelebt wird?
Wer an Unternehmensberatung denkt, hat oft ein ziemlich klares Bild im Kopf: ähnliche Studiengänge, ähnliche Lebensläufe, ähnliche Karrierewege. Doch die Realität vieler Beratungsteams sieht heute längst anders aus. Menschen mit unterschiedlichsten fachlichen, kulturellen und persönlichen Hintergründen arbeiten gemeinsam an komplexen Fragestellungen und genau darin liegt für viele die Stärke moderner Beratung.
Denn Diversity bedeutet im Consulting weit mehr als reine Repräsentation. Wirkliche Vielfalt entsteht erst dann, wenn unterschiedliche Perspektiven nicht nur vorhanden sind, sondern aktiv eingebracht werden können.
Diversity bedeutet mehr als Geschlecht
Viele der Berater:innen beschreiben Diversity als ein Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren: Herkunft, Kultur, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Persönlichkeit oder Bildungshintergrund. Gleichzeitig wird deutlich: Vielfalt allein reicht nicht aus.
Entscheidend ist, dass Menschen sich nicht erst anpassen oder „verbiegen“ müssen, um ernst genommen zu werden. Erst wenn unterschiedliche Perspektiven wirklich gehört und wertgeschätzt werden, entsteht ein Umfeld, in dem Diversity einen echten Mehrwert schafft.
Dabei wird Diversity von vielen nicht nur als gesellschaftliches Thema verstanden, sondern als wichtiger Erfolgsfaktor für Teams. Unterschiedliche Denkweisen führen zu anderen Lösungsansätzen, hinterfragen bestehende Muster und schaffen Raum für kreativere Entscheidungen.
Quereinstieg ins Consulting: Andere Hintergründe als Stärke
Ein wiederkehrendes Thema in vielen Erfahrungsberichten ist der fachliche Hintergrund. Denn längst kommen nicht mehr nur klassische BWL-Absolvent:innen in die Beratung.
Mathematiker:innen, Biochemiker:innen, Informatiker:innen, Ingenieur:innen, Jurist:innen oder Psycholog:innen bringen neue Perspektiven in Projekte ein. Viele berichten, dass gerade ihre analytischen, technischen oder wissenschaftlichen Denkweisen im Beratungsalltag besonders wertvoll geworden sind.
Natürlich bedeutet ein fachfremder Einstieg häufig auch, dass man sich zunächst in neue Themen einarbeiten muss. Wer beispielsweise aus den Naturwissenschaften kommt, muss betriebswirtschaftliche Zusammenhänge lernen. Gleichzeitig profitieren Teams aber genau von dieser Mischung unterschiedlicher Denkansätze.
Viele beschreiben den interdisziplinären Austausch deshalb als eine der größten Stärken des Beratungsalltags.
Internationale Perspektiven verändern Teams
Mehrere Berater:innen berichten davon, wie stark ihre internationale Herkunft ihren Arbeitsalltag prägt. Manche kamen erst für das Studium nach Deutschland, andere arbeiten in internationalen Teams oder bringen Erfahrungen aus verschiedenen Kulturen mit.
Dabei zeigt sich: Internationale Perspektiven verändern nicht nur die Zusammenarbeit innerhalb von Teams, sondern häufig auch den Blick auf Kund:innen und Probleme.
Gleichzeitig erzählen einige auch von stereotypen Erwartungen oder überraschenden Reaktionen. So berichten Beraterinnen in technischen oder industriellen Projekten davon, zunächst unterschätzt zu werden. Andere erzählen, dass Kund:innen überrascht reagierten, weil sie anhand des Namens oder Aussehens eine andere Person erwartet hatten.
Dennoch beschreiben fast alle ihre Erfahrungen insgesamt positiv. Viele empfinden gerade die Unternehmensberatung als ein Umfeld, in dem Offenheit und internationale Zusammenarbeit selbstverständlich geworden sind.
LGBTQIA+, Herkunft und Identität im Berufsalltag
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Erfahrungsberichte ist die Frage, wie offen Menschen im Berufsalltag mit ihrer Identität umgehen können.
Einige Berater:innen berichten davon, dass sie offen über ihre sexuelle Orientierung sprechen und sich bewusst dafür entschieden haben, dies auch im beruflichen Umfeld nicht zu verstecken. Andere thematisieren ihre Herkunft, ihre Familiengeschichte oder die Erfahrung als Erstakademiker:in.
Dabei wird deutlich: Authentizität spielt für viele eine zentrale Rolle. Mehrere Berater:innen beschreiben, dass sie besonders dann erfolgreich arbeiten konnten, als sie aufgehört haben, sich zu verstellen oder bestimmten Erwartungen entsprechen zu wollen.
Viele berichten sogar davon, dass Offenheit Vertrauen schafft – sowohl im Team als auch im Kontakt mit Kund:innen.
Frauen in männerdominierten Teams
Vor allem weibliche Beraterinnen sprechen davon, dass bestimmte Bereiche der Beratung weiterhin männlich geprägt sind. Besonders in technischen Projekten oder auf höheren Führungsebenen seien Frauen teilweise noch unterrepräsentiert.
Einige erzählen davon, zeitweise die einzige Frau im Team gewesen zu sein oder zunächst stärker um fachliche Anerkennung kämpfen zu müssen.
Gleichzeitig wird aber auch deutlich, wie wichtig Netzwerke und gegenseitige Unterstützung geworden sind. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren interne Netzwerke, Mentoring-Programme oder Austauschformate aufgebaut, die Frauen gezielt unterstützen und sichtbarer machen sollen.
Mehrere Beraterinnen beschreiben genau diesen Austausch als wichtigen Faktor für Selbstvertrauen, Orientierung und langfristige Entwicklung.
Imposter Syndrom und Selbstvertrauen
Viele Erfahrungsberichte zeigen, dass Unsicherheit gerade zu Beginn der Karriere ein großes Thema sein kann – insbesondere für Menschen, die sich selbst als „anders“ wahrnehmen.
Einige erzählen davon, ihre eigene Meinung anfangs zurückgehalten oder ihre Leistungen unterschätzt zu haben. Andere berichten vom Gefühl, sich erst beweisen zu müssen – ein Gefühl, das häufig mit dem sogenannten Imposter Syndrom verbunden wird.
Mit wachsender Erfahrung habe sich dieses Gefühl jedoch oft verändert. Viele beschreiben, wie wichtig es war, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und die eigene Perspektive nicht als Schwäche, sondern als Stärke zu verstehen.
Wiederholt wird dabei betont, wie entscheidend Selbstvertrauen, Offenheit und Authentizität für den langfristigen Erfolg im Consulting sind.
Inklusion: Der eigentliche Unterschied
Neben Diversity fällt in vielen Erfahrungsberichten immer wieder ein weiterer Begriff: Inklusion.
Denn Vielfalt allein reicht nicht aus, wenn Menschen zwar Teil eines Teams sind, sich dort aber nicht wirklich zugehörig fühlen.
Inklusion bedeutet für viele, ernst genommen zu werden, offen sprechen zu können und nicht das Gefühl zu haben, sich anpassen zu müssen. Gleichzeitig geht es darum, dass unterschiedliche Meinungen aktiv eingebunden werden und jede Perspektive Raum bekommt.
Viele beschreiben genau das als entscheidenden Unterschied zwischen einer Organisation, die Diversity nur kommuniziert, und einer Unternehmenskultur, die Vielfalt tatsächlich lebt.
Warum Diversity im Consulting bessere Ergebnisse liefert
Nahezu alle Erfahrungsberichte auf squeaker.net kommen zu einer ähnlichen Erkenntnis: Unterschiedliche Perspektiven machen Teams stärker.
Vielfalt wird dabei nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als konkrete Stärke im Projektalltag. Unterschiedliche fachliche Hintergründe, Kulturen, Erfahrungen und Denkweisen führen dazu, dass Probleme ganzheitlicher betrachtet werden können.
Gerade in komplexen Projekten wird Diversity deshalb von vielen als echter Wettbewerbsvorteil gesehen – sowohl für Teams als auch für Kund:innen.
Die Beratungsbranche verändert sich
Viele Berater:innen beschreiben die Branche heute als deutlich offener und vielfältiger als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig wird aber auch klar: Themen wie Frauen in Führungspositionen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder sichtbare Vielfalt im Top-Management bleiben weiterhin relevant.
Dennoch zeigt sich ein klarer Wandel. Diversity wird zunehmend nicht mehr nur als Recruiting- oder Image-Thema betrachtet, sondern als wichtiger Bestandteil moderner Unternehmenskultur.
Denn erfolgreiche Beratung lebt von Menschen und von der Vielfalt ihrer Perspektiven, Erfahrungen und Ideen.
Jenny ist Senior Content Marketing Managerin und entwickelt seit der Gründung von SQUEAKER Inhalte, die Talente und Beratungen zusammenbringen, Transparenz schaffen und authentische Einblicke ermöglichen. Ihr Fokus: Themen so aufbereiten, dass Kandidat:innen echten Mehrwert erhalten und fundierte Karriereentscheidungen treffen.
FAQ - Häufige Fragen zu Pride & Diversity im Consulting
Wofür steht der Pride Month?
Der Pride Month findet jedes Jahr im Juni statt und steht weltweit für Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und die Rechte der LGBTQIA+ Community. Auch im Consulting gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung – viele Beratungen setzen heute auf Pride-Initiativen, interne Netzwerke und eine offene Unternehmenskultur.
Warum findet der Pride Month im Juni statt?
Der Pride Month wird jedes Jahr im Juni gefeiert und geht auf die Stonewall-Proteste von 1969 in New York zurück. Damals wehrten sich Mitglieder der LGBTQIA+ Community gegen Polizeigewalt und Diskriminierung – die Proteste gelten heute als wichtiger Meilenstein im Kampf für Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und Akzeptanz.
Warum ist Diversity im Consulting wichtig?
Diversity bringt unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zusammen. Gerade im Consulting hilft das dabei, Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und bessere Lösungen zu entwickeln. Vielfältige Teams fördern außerdem Innovation, Offenheit und ein stärkeres Verständnis für unterschiedliche Kund:innen und Märkte.





