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08.11.2024
Köln
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Im Gespräch mit Dustin Faust, Principal bei DB Management Consulting: Um die Verkehrsverlagerung in Deutschland voran zu treiben, hat sich die Bahn mit ihrer Dachstrategie „Starke Schiene“ ambitionierte Ziele gesetzt und baut konsequent ihr Kerngeschäft aus. Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Strategieumsetzung ist auch das flächendeckende Commitment und die erfolgreiche Einbindung der Bahnmitarbeiter:innen. Im Interview verrät Dustin Faust, Principal bei DB Management Consulting, wie die Partizipation bei rund 300.000 Mitarbeiter:nnen weltweit gelingen kann.

 

Dustin, du bist Principal bei DB MC. Welche Kernhebel setzt du beim Projekt „Mobilisierung Starke Schiene“ an?

Dustin: Wir haben drei große Stoßrichtungen formuliert: „Robuster”, „Schlagkräftiger” und „Moderner”. „Robuster” steht unter anderem für mehr Trassen, mehr Züge, mehr Mitarbeitende. „Schlagkräftiger” werden wir, indem wir unseren Aufbau neu organisieren und Prozesse übergreifender gestalten. Früher wurden Prozesse meist zeitaufwendig zwischen Geschäftsfeldern beziehungsweise -bereichen übergeben. In Zukunft wird das durchgesteuert. „Moderner” werden wir unter anderem durch einen schnelleren Takt im Personenverkehr, wobei natürlich auch das Angebot im Güterverkehr verbessert wird.

Du leitest das Projekt und kümmerst dich darum, dass die Mitarbeiter:innen die Strategie tragen. 

Dustin: Ganz entscheidend für den Erfolg des Strategieprozess der Starken Schiene ist es, die Mitarbeiter:innen mitzunehmen und einzubinden. Das wesentliche Ziel der Mobilisierung muss sein, den Zukunftsoptimismus der Mitarbeiter:innen zu erhalten und zu steigern. Dafür wurden drei wichtige Stellhebel definiert: 

Zum einen werden Führungskräfte in ihrer Vorbildrolle gestärkt. Vom Topmanagement bis in die Führungskräftekaskaden müssen die Führungskräfte als Vorbilder agieren und die Starke Schiene leben, ihre Grundsätze kennen und die Menschen auf diese Reise mitnehmen. Dieser Hebel beschäftigt sich stark damit, Kommunikationsformate aufzusetzen und Trainingsformate zu entwickeln. 

SQUEAKER

Dustin Faust, Jahrgang 1986, ist Principal (Senior Project Lead) bei DB Management Consulting. Während seines Studiums an der ISM in Dortmund und an der Maastricht University School of Business and Economics sammelte er Berufspraxis bei verschiedenen externen Managementberatungen, bevor er sich 2012 DB MC anschloss.

Den zweiten Hebel nennen wir „Mitarbeitende als Macher“. Das ist einer der größten Partizipationsprozesse in der Historie der Bahn. Mitarbeiter:innen werden eingebunden, die Ausgestaltung der Strategie mit zu begleiten. Eines der wichtigsten Themen der Mitarbeitenden ist beispielsweise die Sicherheit an den Bahnhöfen und im Reiseverkehr. Um diesem wichtigen Punkt Rechnung zu tragen, haben wir auf Basis des Feedbacks der Mitarbeiter:innen inzwischen eine App entwickelt, mit der das Zugpersonal eventuelle Bedrohungslagen melden kann.

Gut, zurück zu den Hebeln …

Dustin: Der dritte Hebel ist das Thema „Wirkung in der Fläche”. Auch hier befragen wir die Mitarbeitenden, um eventuelle Druckpunkte zu nehmen. Das sind keine großen Themen, die man konzeptionell ausgestalten muss, sondern Dinge, die man schnell ändern kann. Ein Beispiel: Wir renovieren gerade sechshundert Sozialräume bei der Bahn, um die Hygiene und den Komfort für die Mitarbeiter:innen zu verbessern.

Worin siehst du die größten Herausforderungen?

Dustin: Das Ziel ist gleichzeitig auch die größte Herausforderung: Die Mobilisierung und das Buy-in der Mitarbeiter:innen. Die Belegschaft ist sehr heterogen, weshalb wir über viele unterschiedliche Kanäle individuell abgestimmte Botschaften kommunizieren. Das gut und erfolgreich zu tun, ist sehr diffizil. Die zweite Herausforderung ist natürlich, auch in der Corona-Krise, die vieles schwieriger macht, beständig diesen Weg weiterzugehen und an der Strategie festzuhalten.

Kannst du uns einen Ausblick auf zukünftige strategisch relevante Projekte bei DB MC geben?

Dustin: Wir werden im Laufe der nächsten Jahre rund 100.000 neue Mitarbeiter:innen einstellen, teilweise begründet durch unsere Ziele, aber auch durch den demografischen Wandel. Wenn Mitarbeiter:innen gehen, geht Wissen verloren, sofern nicht gegengesteuert wird. Um hier vorzubeugen, haben wir ein eigenes Projekt aufgesetzt. Im Prinzip kümmern wir uns darum, Wissen zu erhalten, zu sammeln und für die Mitarbeiter:innen besser bereitstellen zu können. So wird unter anderem die interne Suchmaschine, die DB-Suche, weiterentwickelt und der Wissenstransfer zwischen Kolleg:innen professionalisiert.

Wie bewertest du die bisherige Einbindung und das Buy-in der Mitarbeiter:innen in deinem Projekt?

Dustin: Wir machen immer wieder Feedbackrunden und befragen auch ganz konkret die Mitarbeiter:innen, für die wir zum Beispiel erste Lösungen entwickelt haben. „Trifft das euren Nerv? Ist das das, was ihr euch vorgestellt habt?” Und die Rückmeldungen fließen in die Projektarbeit ein.

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