Frauen und Karriere – ein Thema, über das viel diskutiert wird. Immer wieder hört man, dass sich noch viel zu wenige Unternehmen intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Wir haben allerdings zahlreiche Firmen gefunden, die sich speziell für Frauen einsetzen, um sie in ihrer Karriereentwicklung sowohl zu stärken als auch zu unterstützen.

Insider-Interview: Wie Nadine Modat in der Restrukturierungsberatung Andersch Karriere macht

Welche Einstiegsmöglichkeiten bietet Andersch für Frauen? 

Bei Andersch gibt es keine spezifischen Positionen nur für Frauen. Wir bieten allen, egal ob Frau oder Mann, dieselben Einstiegsmöglichkeiten an. Einsteigen kann man während des Studiums als Praktikant (m/w) oder Werkstudent (m/w) bzw. nach dem Studium als Analyst/ Consultant (m/w).

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es? 

Wir fördern ausschließlich nach Leistung und persönlicher Entwicklung. Eine stetige Weiterentwicklung hat für uns hohen Stellenwert. Für alle Stufen bestehen objektive und transparente Anforderungsprofile, vom Analyst bis zum Partner. Bei Andersch bekommt man regelmäßiges Feedback, dies bietet Klarheit über den Weg zur nächsten Stufe. Beförderungen gibt es auch unterjährig – so kann man die Karriereleiter zügig erklimmen. Bei uns ist schnelles Vorankommen willkommen, aber kein Muss.

Was sagen Sie zum Gender-Pay-Gap?

Einen „Gender-Pay-Gap“ gibt es bei Andersch nicht und auch sonst gibt es keine Ungleichheiten bei der Bezahlung. Bei uns gibt es volle Transparenz bei den Gehältern. Auf den jeweiligen Karrierestufen sind die Gehälter für alle Mitarbeiter gleich – ohne Ausnahmen.

Gibt es unter Ihren Beratern Mütter?

Ja, mich zum Beispiel 🙂 Ich bin seit 5 Jahren bei Andersch und seit 15 Jahren in der Beratung tätig und habe einen 2-jährigen Sohn. Durch die bei Andersch gegebene Flexibilität, habe ich die Möglichkeit meine Karriereziele stetig weiterzuverfolgen sowie Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Bei Andersch gibt es flexible Arbeitsbedingungen, die Familie und Beraterjob vereinbaren.

Wie kann es nach der Elternzeit bei Ihnen weiter gehen?

Nach der Elternzeit gibt es natürlich die Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten, dabei ist es die individuelle Entscheidung jedes Einzelnen, ob er/sie in Teilzeit oder Vollzeit arbeiten möchte.

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Förderprogramme von Beratungsunternehmen

Auch McKinsey, BCG, Oliver Wyman und Roland Berger setzen sich für das Thema ein, indem sie Förderprogramme einsetzen, um Frauen in ihrer Karriereentwicklung zu unterstützen:

Beratungsunternehmen
Förderprogramme
Programminhalte
Coaching, Mentoring, Networking, Möglichkeit jederzeit und ohne Auswahlprozess ein Praktikum zu machen
Mentoring, Networking (Working Mother Forum, Konferenzen, Meetings), Flexibility@BCG-Programm (selbstbestimmte Zeitplanung), Regelmäßige Bewertungen / Feedback
Reverse Mentoring Program (Austausch), Sharing Stories Initiative (Ermöglichung direkter Kontakte zu weiblichen Führungskräften), Internationaler Frauentag, Externe Referenten (Vorträge und Diskussionsmöglichkeit über Themen wie Gender Diversity usw.)
regelmäßiges Event, Kommunikationstraining, Praktische Persönlichkeitsübungen, Networking
Übergreifende Netzwerk Treffen, Themen-spezifische Workshops, Mentoring Sessions in denen bspw. erfahrene Kolleginnen über ihren ganz persönlichen Werdegang berichten und wertvolle Impulse geben, Buddy-Programm, Kontakt zu externen Netzwerken

Eine Frau, die es geschafft hat

Eines der positiven Beispiele für Frauen, die den Weg nach oben geschafft haben, ist Claudia Nemat – Vorstandsmitglied bei der Deutschen Telekom AG im Bereich Technologie und Innovation. Während ihres Physik-Studiums nahm sie an einem Workshop von McKinsey teil und lernte dort das Unternehmen kennen. Vom Consulting überzeugt, bewarb sie sich kurze Zeit später und legte dann eine „Bilderbuchkarriere“ hin.

Rund sechs Jahre nach ihrem Einstieg wurde sie im Jahr 2000 zum Partner gewählt, weitere sechs Jahre später zum Senior Partner (Director). Unter anderem verantwortete sie den Technologie-Sektor für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Im Jahr 2011 wurde Nemat dann in den Vorstand der Deutschen Telekom berufen. Bis 2016 leitete sie hier das Europa-Geschäft, seit 2016 ist sie für den Vorstandsbereich Technologie und Innovation verantwortlich.

Karriereplanung in der Beratung

Die Karrierestufen in Beratungen sind für Frauen und Männer gleich. Allerdings ist bei vielen Frauen nach dem ersten Kind meist Schluss mit weiteren Beförderungen oder sogar dem Job an sich. Dank Elternzeitmodellen, Kinderbetreuung und Co. muss das aber nicht sein.
Entscheidest du dich bewusst für den Karriereweg, sieht der in einer Beratung in der Regel so aus:

  1. Praktikum während des Studiums
  2. Einstieg als Junior Associate
  3. Nach ein bis zwei Jahren Beförderung zum Associate
  4. Weitere ein bis zwei Jahre später wirst du zum Consultant
  5. Project oder Team Leader erhalten eigene Projektverantwortung – mit weiteren zwei Jahren Berufserfahrung
  6. Principals beziehungswiese Vice Presidents (keine fixe Zeitspanne)
  7. Partner (keine fixe Zeitspanne) 

Die jeweiligen Bezeichnungen und auch die Dauer der Karrierestufen im Consulting können von Beratung zu Beratung etwas abweichen.

McKinsey, BCG, Oliver Wyman & Co.

Beratungsunternehmen gibt es viele. Beratungen, die sich für die Gleichbehandlung von Frauen einsetzen eher weniger. Umso wichtiger ist es, darauf aufmerksam zu machen und sich ein Beispiel an großen Beratungen wie McKinseyBCG und Oliver Wyman zu nehmen. Eines ihrer Top-Ziele: Frauen fördern und ihnen eine Chance geben, ihr gesamtes Potenzial entfalten zu können.

Female Leadership heißt das Förderprogramm von McKinsey, das seit 2007 für ein Umdenken in Beratungsunternehmen wirbt. Im Rahmen ihrer Studie „Women Matter“ hat das Unternehmen herausgefunden, dass weibliche Beraterinnen den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen sogar ankurbeln. Besondere Angebote für Frauen sollen dabei für eine individuelle Unterstützung sorgen, gleichzeitig aber auch Freiräume schaffen, sodass sie Familie und Beruf gut vereinen können.

Was McKinsey sucht, sind außergewöhnliche Talente mit großer Leistungsbereitschaft. Dabei ist es egal, aus welchem akademischen Bereich sie kommen. Denn gerade das vielfältige Wissen und die Diversität eines Teams führt nach Meinung der McKinsey-Führungsetage zu den besten Ergebnissen. Um einen optimalen Einstieg zu ermöglichen, setzt das Unternehmen deshalb auf die Unterstützung erfahrener Beraterinnen, die den Einsteigerinnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Genau wie Selbstmarketing und Selbstpräsentation wird auch die Wirkung von Networking von Frauen häufig unterschätzt. Der jährliche Women’s Day ist ein zusätzliches Programmangebot, das daher speziell dem weiblichen Karriere-Netzwerken dienen soll.

Insider-Tipp:

Entschlossenheit ist das A und O
Wichtig ist es, offen über Karriereziele zu sprechen und bei der Umsetzung dieser fest entschlossen zu sein. Zeige, dass du von deinen Fähigkeiten überzeugt bist!

Networking
Networking ist insbesondere für Frauen ein enorm wichtiger Faktor. Versuche, dich mit solchen Personen zu vernetzen, die das Thema Frauen im Consulting bewusst fördern.

Women@BCG

The Boston Consulting Group gehört ebenfalls zu den großen Beratungsunternehmen Deutschlands, die vielfältige Karrierechancen für Frauen bereithält. Mit Women@BCG startete BCG eine Vielzahl an zugeschnittenen Mentoring- und Networking-Programmen, die weibliche Talente aktiv fördern und ihnen den Weg zur Führungskraft ebnen. Chancengleichheit wird hier großgeschrieben. Durch regelmäßige Bewertungen und die Möglichkeit, ihren Workload selbst zu bestimmen, können sich die Mitarbeiterinnen frei entfalten und einen individuellen Karriereweg einschlagen.
Dabei bewertet BCG die Leistungen der weiblichen Beraterinnen anhand objektiver Kriterien und einheitlicher sowie transparenter Prozesse.

Weitere Maßnahmen von BCG:

  • Workshops: Ebenso bietet das Beratungsunternehmen Workshops speziell für Studentinnen und Absolventinnen an, bei denen sie sich mit Beraterinnen austauschen und den Beraterberuf besser kennenlernen können. Schon hier bekommen sie die Gelegenheit, ihr Karrierenetzwerk aufzubauen und wichtige Kontakte für später zu knüpfen.
  • Familienprogramm: Für die Vereinbakeit von Familien- und Beraterleben sorgt das Flexibility@BCG-Programm, mit dem Mitarbeiterinnen ihre Planung selbst bestimmen können.

Ein weiteres Förderprogramm des Beratungsunternehmens zur Unterstützung von Frauen nennt sich BCG Men Supporting BCG Women. Wie der Name schon verrät, geht es hier um die Involvierung der männlichen Kollegen in die Programme. Diese Maßnahme soll sich nämlich nach Meinung der BCG-Chefs besser auf die Erfolge und Beförderungen von Frauen auswirken. Indem Männer eingebunden werden, steigt nicht nur ihre Akzeptanz, auch ihr Blick ändert sich in Bezug auf Frauen in Führungspositionen. So entsteht die Art von Wohlfühlatmosphäre, die sich Frauen in der Arbeitskultur wünschen.

Oliver Wyman schätzt die Unterschiede

Ähnlich wie McKinsey plädiert auch Oliver Wyman für eine Kultur, in der man Unterschiede schätzt. Die Tatsache, dass nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleich sind, sieht das Unternehmen daher als klaren Vorteil. Um diese Gender Diversity zu fördern, steht Gleichbehandlung der Mitarbeiter bei Oliver Wyman an oberster Stelle. Sowohl Kollegen als auch Kolleginnen sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Ziele zu verwirklichen und sich weiterentwickeln zu können.

Deshalb ist Oliver Wyman ständig auf der Suche nach hochtalentierten Frauen, die sich neuen Herausforderungen stellen wollen. Vor zwei Jahren erhielt Oliver Wyman die Auszeichnung Working Mother 100 Best Companies und setzte damit sein Frauen-Integrationsprogramm erfolgreich fort. Auch auf internationaler Ebene engagiert sich das WOW (Women at Oliver Wyman) Global Leadership Team für ein stetiges Wachstum des Unternehmens und für die Unterstützung der Mitarbeiterinnen vor Ort.

Jedes Jahr feiert WOW weltweit den Internationalen Frauentag: Mit Veranstaltungen zu den Themen Gender Diversity, integrative Unternehmenskultur und Frauen in Führungspositionen gelingt es Unternehmerinnen und Mitarbeiterinnen zusammenzubringen und einen effektiven Austausch zu ermöglichen.

Familie & Beruf

Aufgrund der Kindererziehung und -betreuung bleiben Frauen karrieretechnisch oftmals auf der Strecke. Allerdings bieten inzwischen viele große Beratungsunternehmen flexible Arbeitsmodelle, Home-Office und Förderprogramme an, um den Arbeitsplatz auch für Mütter attraktiver zu gestalten.

Roland Berger schafft Win-Win-Situationen beim Thema Familie

Die Strategieberatung Roland Berger sieht in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Win-Win-Situation für alle. Denn laut ihrer neuen Studie gibt es auf Investitionen zur Familienfreundlichkeit eine Rendite von bis zu 25 Prozent. Auf der anderen Seite profitieren die Mitarbeiterinnen durch die höhere Flexibilität und bessere Zeiteinteilung.
Deshalb möchte Roland Berger auch den weiblichen Beratern den Karriereweg ebnen. Mit dem Förderprogramm EmpowHER bekommen die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich zu profilieren, ihr persönliches Potenzial auszuschöpfen und Kontakte zu knüpfen. Durch verschiedene Trainings und Herausforderungen können sie ihre Kommunikationsstärke unter Beweis stellen und mit ihrer zielorientierten Einstellung überzeugen.

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