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Praktikum

Erfahrungsbericht: Praktikum bei RÖDL & Partner

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21.06.2024
Köln
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„Ein realistisches Bild von der Arbeit als Wirtschaftsprüfer gibt ein Praktikum in einer mittelständischen WP-Gesellschaft“. In diesem Interview bekommst du Insider-Tipps für deine Karriere als Wirtschaftsprüfer.

Eine Frage, die in vielen Bewerbungsgesprächen gestellt wird: Warum WP?

Schon auf der höheren Handelsschule kam ich in Kontakt mit dem Rechnungswesen und das hat mir sehr gut gefallen. Im Studium hab ich mir intensive Gedanken gemacht und dann die Entscheidung gefällt, dass es für mich die Wirtschaftsprüfung sein wird.

Rödl & Partner

Im Wirtschaftsstudium wird man auch mit Consulting und Banking konfrontiert. Waren diese Alternativen von vornherein ausgeschlossen?

Hätte ich mir sehr gut vorstellen können. Vor allem aus der Vergütungssicht. Denn gerade im Investment Banking ist die Vergütung tendenziell höher. Consulting kam jedoch nicht in Frage, denn das Studium an der HS Niederrhein legt den Fokus auf das Rechnungswesen. Letztlich habe ich mich auf meine Stärken besinnt, die lagen im Rechnungswesen und so blieb es dann bei der Wirtschaftsprüfung.

Wie hast du dir eine Tätigkeit in der Wirtschaftsprüfung vorgestellt?

Ich war mir darüber im Klaren, dass der Beruf mit sehr viel Eigeninitiative verknüpft ist und ich mein Fachwissen in diesem Bereich jederzeit abrufen muss. Auch war mir bewusst, dass man sich innerhalb des Berufs stetig weiterentwickelt, da fortlaufend Änderungen in der Gesetzgebung passieren oder aber Anpassungen an internationale Standards.

Rödl & Partner ist bekanntlich eine ‚Second Tier‘ WP-Gesellschaft. Warum hast du dich bei Rödl & Partner beworben statt bei den Big-Four?

An der HS Niederrhein ist ein Praxissemester obligatorisch. Bevor ich mich beworben habe, habe ich intensiv mit meinen Kommilitonen über den Beruf des Wirtschaftsprüfers gesprochen. Hierbei stellte sich heraus, dass man Einsichten in das tatsächliche Berufsbild eines Voll-WPlers eher in einer mittelständischen WP-Gesellschaft bekommt, da man im Team im ständigen Kontakt steht und auch Aufgaben eines Voll-WPlers übernimmt. Dies war mir sehr wichtig, denn oftmals ist es so, dass man Aufgaben eines WP-Assistenten erhält. Dies war nicht in meinem Sinne, ich wollte das volle Spektrum kennenlernen und dies konnte ich bei Rödl & Partner tun.

Hast du dich vom Ruf einer Big Four nicht beirren lassen?

Ja, das wurde von meinen Kommilitonen oftmals bestätigt. Beispielsweise habe ich gehört, dass man auf dem Arbeitsmarkt auch gefragter ist. Ich habe mir aber gedacht, dass ich bei Rödl & Partner viel lernen werde. Die frühzeitige und breitgefächerte Verantwortung, die man bei mittelständischen Unternehmen übernimmt, kann nachher nur von Vorteil sein bei den Big Four. Denn wie gesagt, ich habe nicht immer nur ein paar Posten bearbeitet, sondern wurde in ganze Abschlüsse integriert. Dort konnte ich genauestens sehen, welche Auswirkung meine Arbeit auf ein ganzes Projekt hatte.

 

Und wieso Rödl & Partner und keine andere mittelständische WP-Gesellschaft?

Der ausschlaggebende Grund war die überdurchschnittliche internationale Präsenz von Rödl & Partner. Die Firma hat beispielsweise auch Standorte im Ausland mit gleichen Betriebsstrukturen wie in Deutschland. Das war sehr wichtig für mich. Dadurch ergab sich immer die Möglichkeit, auch Mandate im Ausland zu erhalten.

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Wurdest du für die Übernahme von soviel Verantwortung auch ordentlich entlohnt?

Ich hatte ein Fixgehalt von 400 Euro plus eine variable Komponente, die nochmal bis zu 400 Euro betragen konnte. Dies war natürlich abhängig von meiner eigenen Performance. Außerdem muss man ja auch noch das Reisegeld und die Spesen draufrechnen. Am Ende eines Monats hatte ich ca. 1400-1500 Euro netto verdient.

Hast du dich trotz deines Status als Praktikant als richtiges Team-Mitglied gefühlt?

In jedem Projekt steht nicht der einzelne Prüfer im Vordergrund sondern das Team. D.h. das Gesamtresultat basiert auf der Arbeit des Teams. Kein Team kann es sich leisten, ein schlechtes Ergebnis abzuliefern. Wenn jemand mal nicht seine ganze Kapazität abrufen konnte, war es für die Übrigen selbstverständlich, ein Mitglied zu kompensieren.

Wurden dir deine Karrierechancen bei Rödl & Partner nach dem Praktikum erläutert?

Ja, nach dem Praktikum erhielt ich ein Review meiner Arbeit. Außerdem wurde mir ein Angebot für eine Festanstellung bei Rödl & Partner gemacht. Allerdings nicht für den gleichen Standort, an dem ich das Praktikum absolviert hatte. Deswegen entschied ich mich vorerst gegen eine Zukunft bei Rödl & Partner.

Wie hast du dich auf die Bewerbung vorbereitet?

Ich habe die Abschlussberichte betrachtet und mir die Firmenstruktur angeschaut, also eigentlich all das, was Rödl & Partner auf ihrer Webpräsenz zur Verfügung gestellt hat. Das war auch wesentlich, denn diese und weitere Informationen auf der Homepage waren Themenschwerpunkte des Interviews.

Was hat dir wirklich gut und was eher weniger an Rödl & Partner gefallen?

Gefallen haben mir die flachen Hierarchien. Ein Praktikant hat nur den Prüfungsleiter, und den zuständigen Voll-WPler vorgesetzt, dann kommt schon der Partner bzw. die Geschäftsführung. Und selbst als Praktikant hatte ich Kontakt zum obersten Bereich in der Firmenhierarchie. So wurde ich stets über Top-Level Entscheidungen informiert.

Außerdem gefiel mir, dass ich durch meinen Mentor fachlich gesehen wirklich viel lernen konnte und in komplexe Gebiete der Wirtschaftsprüfung eingeführt wurde. Auch gefiel mir, dass man am Ende eines Monats ein Feedback erhielt und erklärt wurde, was an der individuellen Performance gut bzw. schlecht war. Das Wichtigste war, dass ich den gesamten Ablauf einer Prüfung von Anfang bis Ende miterleben konnte. Dies war für mich sehr hilfreich, denn so stelle ich mir eine optimale Vorbereitung auf meine zukünftigen Aufgaben als vollwertiger Wirtschaftsprüfer vor.

Weniger gefallen hat mir, dass sich die Weiterbildungsmöglichkeiten als sehr schwierig gestaltet haben. Durch die fehlenden Kapazitäten der Firma, gab es nur die Möglichkeit in Nürnberg an Schulungen teilzunehmen. Dort liegt nämlich der Hauptsitz von Rödl & Partner, aber für eine Schulung ständig zu pendeln oder kurzfristig den Wohnort zu wechseln empfand ich als sehr problematisch.

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Die Verantwortung in der mittelständischen Prüfung scheint größer zu sein als bei den Big Four. Wie viel hast du in der Busy Season abgeleistet?

Meistens mehr als 40 Studenten. In der „Busy Season“ kann es schnell passieren, dass man bis zu 60 Stunden die Woche arbeitet.

 

Bist du in dieser Zeit selbst als Praktikant an deine Grenzen gestoßen?

Ja, das hängt damit zusammen, dass das Praktikantengehalt eine variable Komponente hat. Mich persönlich hat das jedoch nicht belastet, auch wenn der Druck stets da war.

Bist du viel gereist?

Ja, in meiner Zeit als Praktikant war ich nur ca. 10 Prozent der Zeit im Büro, den Rest unterwegs. Aber auch das Reisen habe ich nicht als Belastung empfunden, da ich fast immer regional unterwegs war und die Abende somit zu Hause verbringen konnte.

Was ist dein langfristiges Ziel? WP-Examen, Steuerberater-Examen?

Ich möchte auf jeden Fall das Steuerberater-Examen machen und anschließend obligatorischerweise auch das WP-Examen.

Könntest du dir vorstellen, die WP-Branche zu verlassen? Dann müsstest du den Verlust des WP-Titels in Kauf nehmen.

Das wäre eine Option. Das Gute ist ja, dass man den Steuerberater-Titel nicht verlieren würde. Deswegen könnte ich mir auch sehr gut vorstellen, über kurz oder lang in der freien Wirtschaft zu arbeiten.

Wenn du etwas an deinem Werdegang ändern könntest, was wäre das?

Ich würde vorher eine Steuerfachangestelltenlehre machen, weil diese Fachkompetenzen sehr hilfreich für den Beruf des Wirtschaftsprüfers sind. Ansonsten würde ich alles wieder so machen. D.h. ich würde wieder zunächst bei einer mittelständischen WP-Gesellschaft den Berufseinstieg suchen, um danach bei einer Big Four-Gesellschaft als Prüfer einzusteigen.

Was würdest du den Bewerbern raten, die sich bei Rödl & Partner bewerben?

Flexibilität ist sehr wichtig. In der „Busy Season“ muss man auch bereit sein, länger als 60 Stunden die Woche zu arbeiten. D.h. man kann nicht nach acht Stunden einfach den Stift fallen lassen und nach Hause gehen. Dann die Mobilität, man muss sich darüber im Klaren sein, dass man viel von zu Hause weg sein wird. Am Wichtigsten ist die Selbstständigkeit. Es wird von einem erwartet, dass gestellte Aufgaben alleine gelöst werden können, auch wenn natürlich stets Hilfestellungen gegeben werden.

Welchen Insider-Tipp kannst du Berufseinsteigern aufgrund deiner Erfahrung geben?

Was meine persönlichen Eigenschaften angeht, ist ein selbstbewusstes Auftreten sehr wesentlich. Denn der Mandant wird schnell merken, ob man in seinem Fachgebiet ein Spezialist ist oder eher weniger. Um ein realistisches Bild eines Wirtschaftsprüfers zu erhalten, also nicht das eines Assistenten, ist meiner Meinung nach ein Praktikum in einer mittelständischen WP-Gesellschaft wie Rödl & Partner ein angemessener Ort. Ich kann behaupten, dass ich während meiner Zeit bei Rödl & Partner das volle Spektrum an Aufgaben eines Voll-Wirtschaftsprüfers miterleben konnte.

Önder Can * (*Name von der Redaktion geändert), 30 Jahre, möchte in Zukunft für ein Big-Four Unternehmen als Wirtschaftsprüfer arbeiten. Önder hat ein Praktikum bei der mittelständischen WP-Gesellschaft Rödl & Partner absolviert. Ursprünglich kommt er aus der Türkei, hat seinen schulischen Werdegang aber in Deutschland vollzogen. An der HS Niederrhein studierte er Wirtschaftswissenschaften und entwickelte seine Affinität für das Rechnungswesen.

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Maria Kersting, Senior Consultant bei BearingPoint, arbeitet im Bereich Government & Public Sector in Berlin. Sie ist seit Anfang letzten Jahres Mitglied des Kernteams des BearingPoint-internen Netzwerks Proud@BearingPoint in Deutschland.

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