Macht Spaß, sieht gut aus – und stoppt deine Karriere: Optisch auf Hochglanz, als Infographik oder „sehr ansprechend“ gestaltete Lebensläufe, sogenannte „Visual Resumes“, erweisen sich als echter Bewerbungs-Killer. Warum erklären wir dir en detail.

Wie viel Kreativität ist bei den Bewerbungsunterlagen erlaubt?

Das ist ja so modern. Auf der Suche nach der bestmöglichen und auffälligsten Bewerbung greifen immer mehr Absolventen und Jobsucher auf Tools zurück, mit denen sich grafische Spielereien um den CV herum basteln lassen. Ja, das kann interessant aussehen. Aber, Achtung Spoiler: Dein Wunscharbeitgeber und seine Personaler mögen Inhalte – keine bunten Bildchen: “Ein gut strukturierter und übersichtlicher Lebenslauf ist wichtiger als dessen kreative Ausgestaltung,” sagt Carla Polo, Recruiting Manager bei Oliver Wyman.

Grafik den Grafikern!

Und warum nicht? Zur Spielkiste eines Visual Resumes zählen Balken, Diagramme, prozentuale Aufteilungen deiner Skills, „lustige“ Störer und die völlig aus dem Rahmen fallende Aufteilung deiner Dokumente. Falls du sowas liebst, eine kurze Frage: Bist du Grafiker? Lautet die Antwort „No“, überlass’ doch bitte den Profis das Feld. Hinter deinen grafischen Erst-Versuchen bleibt – excuse us please – der Amateur immer sichtbar.

Technische Blockierer

Visual Resumes blocken vor allem die Technik: In großen Häusern hat beim Rekrutierungsprozess inzwischen die sogenannte ATS Einzug gehalten – Applicant Tracking Software scannt die Daten aus deinem Dokument. Liegt eine Grafik darüber oder Angaben wie „75% JavaScript programming“, wird die Weitergabe ans interne System unmöglich – und raus bist du.

Streitfrage: Geschmack

Und auch wenn keine Software deine Daten überträgt – weißt du, ob du mit der Grafik den Geschmack des Recruiters triffst, der deine Anlagen durchklickt? Genau: Nein. Über Geschmack lässt sich eben streiten. Und deine Bewerbung sollte dafür nicht der Auslöser sein. Sie sollte einen Arbeitsvertrag auslösen – smartes Insider-Wissen, dass dir wirklich bei der Bewerbung weiterhilft, findest du bei squeaker.net in den Bewerbungstipps und im Consulting FAQ.

Grafik nach Maß

Ein Pro könnte lauten: Wenn man es mit der Grafik nicht übertreibt, Maß hält und optisch somit doch etwas Vorsprung gewinnt? Immerhin könnte der Lebenslauf attraktiver wirken. Ja, könnte – doch wo setzt du die Grenze zur Spielerei und wo sieht der Personaler auf der anderen Seite das Maß voll? Und am Ende lassen sich allein durch Formatierung, Schriftart und Absatzregeln, gute grafische Effekte erzielen. Und die sind von der ATS lesbar. Kurz: Klarheit siegt.

Der gähnende Recruiter

Du denkst, dem armen Menschen, der sich täglich hunderte Bewerbungsunterlagen vornimmt, willst du eine – grafische – Aufmunterung bereiten? Netter Zug von dir. Und da mitzudenken ist ein klarer Vorteil. Aber das geht auch auf anderem Weg noch viel besser. Der Königsweg dafür lautet immer wieder: Fass dich kurz! Für Recruiterin Julia Cedrati von der Managementberatung CTcon ist präzise Kommunikation elementar: „Bei einer Bewerbung im Consulting sind ergebnisorientierte CVs gefragt. Liste nicht einfach alles auf, auch wenn du viel vorzuweisen hast. Wähle gezielt aus und halte immer den inhaltlichen Bezug zur Position, auf die du dich bewirbst. Praktikum ist nicht gleich Praktikum – was genau hast du gemacht?“ Wenn du diese Frage schon im CV prägnant beantwortest, tust du dem übermüdeten Recruiter-Auge tatsächlich etwas Gutes.

Bewerbung im Consulting

Am Ende kommt es natürlich darauf an, wo deine Bewerbung hingeht. In den meisten Fällen raten wir: Purism first – reine Textdokumente sind erfolgreicher. Stefan Menden, Gründer der Karriere-Community squeaker.net, empfiehlt für eine Bewerbung im Consulting: „Für deinen Wunsch-Job werden Talente gesucht, die analytisch arbeiten sowie strukturiert und knapp kommunizieren können. Also zeig genau diese Fähigkeiten in deiner Bewerbung und nicht dein grafisches und kreatives Potenzial.“ Und nun ahnst du es schon: mit den bunten Bildchen und Grafiken aus Online-Tools kommst du bei einem Consulting-Lebenslauf nicht weit. Da heißt es vor allem recherchieren: was will der Recruiter von mir wirklich wissen?

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Gekonnt aus der Reihe tanzen …

Um deine Grafik-Expertise unter Beweis zu stellen, lohnt es sich da eher, nicht die „entscheidenden“ Dokumente für eine hübsche B-Note zu präparieren. Lass’ den CV klassisch. Wenn du die Finger gar nicht stillhalten kannst, gestalte lieber ein aufwendiges Deck- oder Schlussblatt. So sieht man, dass du beides beherrscht. Noch mehr Tipps zum Lebenslauf und Muster für CVs zum Download findest du auf squeaker.net. Du willst genaueres über die Bewerbung bei einem Top-Unternehmen herausfinden? Lies die Erfahrungsberichte auf squeaker.net oder stell deine Fragen in der Community, hier bekommst du mit Sicherheit Antworten.

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