Recruiting in der Corona-Zeit: Das sagen die Beratungen

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Was bedeutet Corona für deine Karriere – heute, morgen und in den nächsten 6 Monaten? squeaker.net wollte es genau wissen und hat seinen Partnerunternehmen zur aktuellen Recruiting-Situation auf den Zahn gefühlt. (Stand: 18.5.2020)

Was macht Covid-19 mit der Consultingbranche?

 Auf der einen Seite zieht bei den Restrukturierungsberatungen leise das Wort „Rekordjahr“ die Runde, auf der anderen Seite sorgen krisenbedingte Einsparungen bei kleineren Beratungen für allgemeine Verunsicherung. Auch wenn es schwer fällt aufgrund der sich ständig verändernden Situation treffsichere Prognosen für 2020 zu fällen, wird deutlich, dass sich der Beratungsbedarf angesichts des Digitalisierung-Booms in Richtung Restrukturierung und Sanierung verschiebt und das Beratungsbudget gezielt in Experten für digitale Transformation fließen wird.

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Nachwuchs wanted: Recruitingbedarf nur leicht abgeschwächt

Die drängendste Frage, die sich sowohl Praktikanten, Absolventen als auch Young Professionals momentan stellen, ist: Was bedeutet Corona für meine Karriere im Consulting: Werde ich gebraucht? Die klare Antwort lautet: Ja. Nur etwa 14% der befragten Unternehmen haben derzeit einen Einstellungsstopp für Praktikanten und Absolventen erlassen. Dem gegenüber stehen 6%, die sogar mehr Praktikanten als vor der Corona-Pandemie suchen. Und die restlichen 80%? Die geben jeweils zur Hälfte an, genauso viele Praktikanten zu suchen, respektive etwas weniger Praktika als vorher anzubieten. Nahezu identisch verhält es sich beim Recruiting von Absolventen. Young Professionals können sich sogar über ein leichtes Recruiting-Plus freuen. Hier überwiegen die Beratungshäuser, die genauso stark rekrutieren (48%) oder sogar noch einen größeren Bedarf (4%) als vorher haben. Ein Einstellungsstopp ist nur bei 5% der befragten Unternehmen jetzt Thema. Hier wird klar deutlich, dass die Krise nach Profis verlangt.

Recruiting in der Corona-Zeit: Das sagt der Dachverband studentischer Unternehmensberatungen JCNetwork

Gerade in der jetzigen Situation kann man die Zeit gut dafür nutzen, sich persönlich weiterzubilden. Studentische Unternehmensberatungen bieten dafür die beste Möglichkeit. Studierende haben - unabhängig von ihrem Studiengang - die Gelegenheit, durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen und die Durchführung von Projekten Erfahrung in der Arbeit von Unternehmensberatungen zu sammeln und im Hinblick auf Mitbewerber Karrierevorteile zu erlangen. Der Einstieg in die lokale studentische Unternehmensberatung sollte frühestmöglich geschehen, um die maximale Erfahrung sammeln zu können. In Deutschland gibt es zwei große Dachverbände für studentische Unternehmensberatungen, den BDSU und das JCNetwork.

Praktikanten im Überfluss: Starker Anstieg der Bewerbungseingänge

Und wie sieht es mit der Nachfrage aus? Bei der Entwicklung der Bewerbungseingänge zeichnet sich ein ganz klarer Unterschied zwischen den Young Professionals auf der einen und den Absolventen, aber vor allem den Praktikanten auf der anderen Seite ab. Während sich das Bewerbungsverhalten der jungen Berufstätigen nicht geändert hat, drücken die Praktikanten auf die Tube. Rund die Hälfte der Beratungen verzeichnen eine gestiegene Anzahl eingegangener Bewerbungen. Allerdings keine Überraschung, wurden zahlreiche Praktikantenplätze in der Krise kurzfristig gestrichen. Umso mehr gilt also für Erst- und Zweitsemester, die die unifreie Zeit für ein Consulting-Praktikum nutzen wollen, sich jetzt besonders geschickt aufzustellen. Und auch Absolventen sollten bei ihrer Bewerbung und Telefoninterview extra Sorgfalt walten lassen, schließlich steht die Konkurrenz in den Startlöchern: Rund 37% mehr Bewerbungseingänge verzeichnet die Branche bei den Uniabgängern.

Die Konkurrenz schläft nicht: Young Professionals beeindrucken mit Prädikatsbewerbungen

Womit wir auch bei der nächsten spannenden Frage wären: Wie gut ist die Qualität der Bewerbungen eigentlich zurzeit? Positiv ausgedrückt: Hier ist noch Luft nach oben, liebe Praktikumsanwärter. Während Absolventen aber vor allem Young Professionals verstanden haben, den Change als Chance zu nutzen und teilweise eine höhere Bewerbungsqualität abliefern, wird die Qualität der Praktikumsbewerbungen als unverändert beurteilt. Fazit: Szenenapplaus für die Young Professionals, die ihre Karten gewinnbringend ausspielen und dringender Hinweis an die Praktikanten: Gebt bei eurer Bewerbung im Consulting alles, um aus der ohnehin gestiegenen Anzahl der eingegangenen Bewerbungen positiv herauszustechen.

Recruiting in der Corona-Zeit: Das sagt der große Dachverband BDSU

Auch für die Studentischen Unternehmensberatungen ist die aktuelle Situation nicht folgenfrei und bringt Wandel mit sich. Sämtliche Prozesse müssen binnen kurzer Zeit digitalisiert werden und Remote Work aus dem Home-Office ist bedeutender denn je. Für Studentische Unternehmensberatungen, deren interne Strukturen primär auf dem ehrenamtlichen Engagement der Studierenden basieren, bedeutet dies neue Lösungen für die Motivation und die Weiterentwicklung ihrer Mitglieder zu finden.In den plötzlichen Veränderungen steckt aber auch eine erwähnenswerte Chance: interne Restrukturierung, Prozessoptimierung und neue Projektschwerpunkte. Gerade jetzt sind Digitalisierungsprojekte attraktiv und gefragt - hier können die jungen Studentischen Unternehmensberatungen mit ihren Expertisen und digitalen Lösungen unterstützen. Der erfolgreiche Umgang mit den Auswirkungen der Pandemie verdeutlicht: Studentische Unternehmensberatungen sind in der Lage sich flexibel an exogene Veränderungen anzupassen, Chancen zu erkennen und ihre Mitglieder bedarfsorientiert fortzubilden.

Beste Zukunftsaussichten: Erhöhter Recruitingbedarf ab Herbst

Während der Recruiting-Bedarf erwartungsgemäß für die nächsten drei Monate geringer ausfällt, haben die Beratungshäuser für die Zukunft große Pläne. Bereits im Winter 2020 schätzen mehr als 40% den Bedarf an Nachwuchs größer ein als jetzt. Und im Hinblick auf 2021 und 2022 liegt der Recruitingbedarf endgültig am Anschlag. 2022 rechnen 63% der Beratungshäuser mit einem erhöhten Nachwuchsbedarf. Wenn das mal keine guten Aussichten für deine Consulting-Karriere sind?

(Digital) Talents gesucht – heute und morgen erst recht

Auch wenn die Ist-Situation erwartungsgemäß leicht verhalten ist, kann nicht von einem Corona-Crash in der Beratungsbranche die Rede sein. Der Bedarf an Praktikanten, Absolventen und Young Professionals ist da. Virtuelle Recruitings, die bis dato von den Beratungen als durchweg positiv bewertet werden, werden laufend durchgeführt. Sie bieten Praktikanten, Absolventen und Young Professionals die Chance, sich inmitten der Krise als Trusted Advisor zu profilieren, die die Unternehmen aus der Krise herausführen. Gleiches gilt für den Winter, wenn angenommen wird, dass der Recruitingbedarf wieder zu alter Form aufläuft, um im Verlauf von 2021 und 2022 mit neuen Bestmarken zu punkten. Die Überschrift des Bewerbungsmarkts im Consulting der nächsten Monate und Jahre könnte auch lauten: Digital Talents most wanted. Denn eines hat die Corona-Krise jetzt schon deutlich gemacht: Unternehmen, Beratungen und Talents mit starkem digitalen Mindset stehen auf der Gewinnerseite. Für alle Nachwuchsconsultants – ungeachtet ihrer Karrierestufe – gilt also, nicht auf „bessere Zeiten“ zu warten, sondern sich jetzt zu profilieren. 

Next Step: Consulting-Events von squeaker.net

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