Remote Recruiting: Das bedeutet Corona für deine Karriere im Consulting

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Bewerbung in Zeiten der Corona-Krise: Geht das überhaupt? Aber klar! Die großen Beratungen stellen auf Remote Recruiting um und als Bewerber kannst du gerade jetzt mit Know-How und Soft-Skills punkten ─ wenn du dich richtig vorbereitest.

Die Krise ist nicht vorüber, der erste Schock schon. Der Shutdown der Zivilisation führte zu einem Bruch mit Routinen, der ganz neue Ideen für die Zukunft freisetzt. Und die gefürchtete Apokalypse? Ihr wohnt die Ahnung eines Neuanfangs bei. Das gilt nicht nur für die Wirtschaft und Blitz Digitalisierung, sondern auch für dich. Denn genau jetzt befinden sich Young Professionals an einem Tipping Point ihrer Karriereplanung. Die meisten Unternehmensberatungen halten zwar an ihren Einstellungsplänen fest ─ die Rahmenbedingungen haben sich aber natürlich geändert, gesellschaftlich wie technisch. Wir zeigen dir, welche Soft-Skills jetzt dein Employee-Branding stärken und wie Recruiting in Zeiten von #stayathome aussieht.  

Aus Change wird Chance: So nutzt du die Krise für deine Karriere

  • Was hat das mit dir als Young Professional zu tun? Eine Menge. Auch wenn einige Kundenprojekte verschoben oder Beratungsbudgets eingespart wurden, sind viele Beratungsleistungen gefragt ─ teilweise in angepasster Form.
  • Das Kölner Startup UVIS übertrifft mit seinem applikationsbasierten UV-Desinfektionsmodel für Handläufe alle Umsatzerwartungen. ConVista hat im Rahmen des Hackatons der Bunderegierung in kürzester Zeit eine digitale Warteschschlange für Supermärkte entwickelt. Und wusstest du schon, dass das SARS-Virus 2003 Alibaba zum Aufstieg zum zweitwertvollsten Unternehmen der Welt verholfen hat?  Kurzum: Eine Krise bietet feinsten Nährboden für strategischen Wandel und macht den Weg frei für smarte Ideen – zur richtigen Zeit.
  • Auch bei BearingPoint wird trotz der aktuellen Weltlage für eine erfolgreiche Zukunft geplant: „Wir erleben eine Zeit der Unsicherheit und wir dürfen uns alle eingestehen, dass wir verängstigt sind“, sagt Michaela Scherhag, Leiterin Recruiting & Employer Branding. „Aber jede Krise hat ein Ende und BearingPoint ist nach wie vor auf Wachstumskurs und sucht motivierte neue Talente.“ Das bedeutet für dich, den Schalter deiner Karriereplanung von „on hold“ auf „go“ zu legen und die Corona-Krise als deinen Karrierebooster zu nutzen!

Karriere trotz Krise: So kriegst du DEN Job

In unserem 100-Seiten starken Insider-Magazin mit Schwerpunkt "Bewerbung in Zeiten von Corona" zeigen wir dir, wie du dich jetzt aus der Masse der Bewerber abhebst. Mit Insider-Tipps von Recruitern. !!! Zum Insider-Special !!!

Podcasts, Webinare & Social Media: Lerne deine Arbeitgeber anders kennen

Hochschulevent und Karrieremesse sind ausgefallen? Macht nichts. Jetzt solltest du nicht auf den Beginn der Eventsaison warten, sondern das digitale Angebot der Unternehmensberatungen für dich nutzen. Mittels der Webinarreihe „McKinsey On Air“ kannst du zum Beispiel von zu Hause aus Karrierefragen stellen. Und im Podcast „Erlebe McKinsey“ wirfst du einen Blick hinter die Kulissen der Topmanagement-Beratung und lernst spannende Persönlichkeiten kennen. „Wir haben unser Portfolio digitaler Formate erweitert“, sagt Mathias Huber, Director of Recruiting bei McKinsey & Company. „Inhalte wie Fallstudien, Simulationen und Coachings finden nun auch virtuell statt.“ Ein Beispiel dafür ist ein Workshop für Chemikerinnen und Chemiker, der in eine virtuelle Veranstaltung umgewandelt wurde. Spannend ist auch der Instagramaccount smp.life, durch den du den Mitarbeitern von Struktur Management Partner bei ihrem Alltag über die Schulter schauen kannst. Und BearingPoint hat die „Digital Coffee Break“ ins Leben gerufen, bei der Mitarbeiter ausgewählten Studenten in einer einstündigen Videokonferenz Rede und Antwort stehen. Viele Chancen warten in der digitalen Welt auf dich ─ also nutze sie.

Soft-Skills zählen jetzt besonders für deine Karriereplanung

  •  Musizierende Italiener auf Balkonen, Nachbarschaftshilfen für Ältere, Aktionen wie #wirsagendanke (DB) und #wirundjetztfüralle (Edeka): Trotz radikaler sozialer Veränderungen verhalten wir uns solidarisch und verantwortungsvoll. Und hierbei handelt es sich nicht nur um hübsche Bilder für den Jahresrückblick 2020, sondern um echte Veränderung sozialer Verhaltensformen und eine stärkere Gewichtung von Soft-Skills. Markus Isermann von Struktur Management Partner bringt es auf den Punkt:“ Empathie, soziolinguistische Kompetenz, Demut und Integrität“ bringen dich jetzt bei deiner Karriere im Consulting weiter.
  • Auch als Bewerber kannst du jetzt zeigen, dass du nicht nur durch Prädikatsexamen und (digitales) Knowhow, sondern auch durch Haltung punktest. Hierzu gehört, einem Kunden während einer Umstrukturierungsmaßnahme Zuversicht verleihen zu können oder ihm mit Leadership-Qualitäten durch schwere Zeiten zu begleiten. Bist du ein solcher Krisenmanager, der mit Druck umgehen und sich auf neue Situationen einstellen kann? Könntest du Kunden auch aus der Ferne überzeugen, dass du Mehrwerte lieferst? Dass du Themen eigenverantwortlich weiterentwickelst und kompetent entscheidest, was genau jetzt oberste Priorität hat? Überzeuge Recruiter davon. 
  • Die Coronakrise kann für dich zum persönlichen Lehrstück im Krisenmanagement werden. Vielleicht siehst du sogar schon die nötigen Beratungsleistungen in der nächsten Eskalationsstufe voraus─ wer Kunden als Consultant jetzt entlastet, kann sogar neue Leistungen platzieren. Denke dich in diese Situation hinein und überlege dir mögliche Lösungen, die du schon als Bewerber präsentieren kannst.

So punktest du beim Remote Recruiting

Im Bewerbungsprozess können persönliche Eindrücke entscheiden ─ gerade im Consulting. Trotzdem werden die Recruiting- und Onboarding Prozesse in Zeiten von „Social Distancing“ nicht pausiert, sondern durch Remote Recruiting digitalisiert. So setzt BearingPoint in der Krise auf einen digitalen Einstellungsprozess: „Präsenzinterviews werden nun in die virtuelle Welt transportiert – da fehlt es uns allen aber noch an umfangreicher Expertise“, sagt Michaela Scherhag. „Einstellungsentscheidungen wurden bisher ausschließlich nach persönlichem Kennenlernen getroffen – sowohl für Hiring Manager als auch für Bewerber ist die neue Situation herausfordernd.“ Für dich als Bewerber entsteht dadurch aber kein Nachteil: „Mit Verständnis für die unsichere Zeit, Rücksichtnahme, Füreinander da sein und „virtueller“ Empathie möchten wir jedem Kandidaten ein gutes Gefühl vermitteln.“

Wie die virtuelle Bewerbung aussehen kann? Schritt 1: Ein Telefongespräch für den ersten Eindruck. Dann folgt die Videokonferenz. Etwas, was im Recruiting für angehende Consultants nichts Neues ist. Beliebte Video-Tools sind cammio, Skype oder Jitsi. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du alle Tools vorab installiert haben sowie auf eine gute Internetverbindung, eine geräuscharme Umgebung sowie eine gute Kamera und ein Mikrofon achten.

Storytelling im Video-Pitch

Das Video-Tool cammio bietet den Recruitern die Möglichkeit, dir vorab Video- oder Textfragen zu senden, die du dann per Video beantworten kannst. Das ist deine Gelegenheit für Storytelling, um die Recruiter auch auf emotionaler Ebene zu erreichen und langfristig im Gedächtnis zu bleiben. Input? McKinsey, BCG und Roland Berger machen es mit eigenen Recruiting-Videos. Dreh den Spieß mit deinem Video-Pitch einfach um. Du fühlst dich vor der Kamera unsicher? Cammio besitzt eine Aufnahmefunktion, so dass du deine Interviews vorab proben und anschauen kannst. Auch ein ideales Training für die "Zeit danach".

McKinsey: „Bewerbungsprozesse komplett virtualisiert“

Mathias Huber von McKinsey sagt: „Wie viele andere Unternehmen haben auch wir unsere Bewerbungsprozesse komplett digitalisiert und virtualisiert.“ Trotz der bislang positiven Erfahrungen ist für ihn klar, dass es sich hierbei nur um eine Lösung in Krisenzeiten handelt: „Sobald die Situation es wieder zulässt, Bewerbungsgespräche in persona durchzuführen, werden Bewerberinnen und Bewerber wieder in unsere Büroräume eingeladen“, sagt er. „Damit wir die Möglichkeit haben, uns auch offline kennenzulernen.“ Denn Beratung bleibt ein People Business ─auch in Corona-Zeiten. 

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