Deutschlands attraktivste Arbeitgeber 2016

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Trotz Krise wollen insbesondere Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure nach ihrem Studium gerne fĂŒr BMW, Daimler oder Volkswagen arbeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie.

top 5 Arbeitgeber, beliebte Arbeitgeber Deutschland
© Universum Student Survey

Krise hin oder her – Autohersteller gehören unter deutschen Studenten auch in diesem Jahr zu den beliebtesten Arbeitgebern. Demnach ist fĂŒr die meisten Wirtschaftsstudenten BMW der Traum-Arbeitgeber Nummer eins – Studenten der Ingenieurswissenschaften wollen spĂ€ter am liebsten fĂŒr Audi arbeiten.

Herausgefunden hat das die Beratungsgesellschaft Universum, die fĂŒr ihren diesjĂ€hrigen Student Survey ĂŒber 45.000 Studentinnen und Studenten von 211 deutschen Hochschulen befragt hat. Am hĂ€ufigsten kamen Wirtschafts- und Ingenieursstudenten zu Wort, doch auch Medizin-, Informatik- und Jurastudenten konnten sich zu ihren Wunsch-Arbeitgebern Ă€ußern.

Über fast alle FakultĂ€ten hinweg zĂ€hlen Volkswagen mit seinen Töchtern Porsche und Audi sowie BMW und Daimler schon seit Jahren zu den beliebtesten Arbeitgebern. Daran kann auch offenbar der Skandal um manipulierte Abgaswerte, der Volkswagen schwer traf, nur wenig Ă€ndern. Der Konzern muss voraussichtlich Strafen und EntschĂ€digungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Gewinne schrumpfen und es stehen Jobs auf dem Spiel.

Trotzdem sind Audi und Porsche sowie BMW die drei angesehensten Unternehmen bei Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern. Und auch Informatiker, Juristen und Humanwissenschaftler können sich sehr gut vorstellen, bei einem der drei Hersteller zu arbeiten ­– in den FĂ€chern landeten die Autobauer alle immer noch in den Top-10.

Karriereziele

 

© Universum Student Survey

Studenten suchen nach Work-Life-Balance

Doch welche Faktoren entscheiden fĂŒr die Studenten, wie attraktiv sie einen Arbeitgeber finden? An erster Stelle muss das Unternehmen ein gutes Grundgehalt bieten, und auch ein hohes Einkommen in der Zukunft sichern können. DarĂŒber hinaus wollen die Arbeitnehmer von morgen in der Firma vielfĂ€ltige Aufgaben wahrnehmen können und auf ein freundliches Arbeitsumfeld stoßen.

Es geht also nicht nur ums Geld. Das zeigen auch die Antworten der Studenten auf die Frage, was sie langfristig im Job erreichen wollen. Die ganz große Karriere zu machen, sprich eine FĂŒhrungskraft mit leitender Funktion zu sein, ist fĂŒr die meisten Studenten nicht besonders reizvoll. Stattdessen wollen sie spĂ€ter vor allem eine ausgewogene Work-Life-Balance haben. Auch ein bestĂ€ndiger und sicherer Job ist den jungen Talenten wichtig.

Bei diesen Ergebnissen ist es kein Wunder, dass auch Google zu den beliebtesten Arbeitgebern unter deutschen Studenten zĂ€hlt. Der amerikanische Datenkonzern hat die Wichtigkeit eines freundlichen Arbeitsumfelds verinnerlicht – Mitarbeiter können in den BĂŒros oft Fitnesskurse besuchen, kostenlos essen oder sogar schlafen. Das kommt bei den jungen Talenten gut an: Informatikstudenten wollen nirgendwo lieber arbeiten als bei Google, gefolgt von Microsoft und Apple. Und auch bei den Human- und Wirtschaftswissenschaftlern ist Google im Ranking auf den vordersten fĂŒnf PlĂ€tzen.

Gender Pay Gap
© Universum Student Survey

Niedrigeres Grundgehalt fĂŒr Frauen

Die Studienautoren von Universum wollten auch wissen, ob Frauen generell mit einem niedrigeren Grundgehalt rechnen als MĂ€nner. Das Statistische Bundesamt hatte im MĂ€rz letzten Jahres bekannt gegeben, dass Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger verdienen als MĂ€nner. Die neuen Zahlen traten eine neue Diskussion um die möglichen GrĂŒnde und Lösungen fĂŒr diesen großen Unterschied los, ein Argument war dabei: Frauen wĂŒrden gleich zu Beginn von einem zu niedrigen Grundgehalt ausgehen und in Folge dessen beim Lohn zu zaghaft verhandeln.

Es lĂ€sst sich streiten, ob das wirklich der Grund ist. Die Universum-Ergebnisse zeigen aber tatsĂ€chlich, dass Frauen ein deutlich niedrigeres Grundgehalt einkalkulieren als MĂ€nner: BranchenĂŒbergreifend gehen Frauen davon aus, dass sie knapp 38.600 Euro pro Jahr verdienen, bei den MĂ€nnern sind es 45.500 Euro. Auch innerhalb einzelner Branchen glauben Frauen nicht, dass sie gleich viel wie ihre mĂ€nnlichen Kollegen verdienen werden: Die Nachwuchs-Naturwissenschaftlerinnen rechnen mit knapp 6.800 Euro weniger pro Jahr, die Wirtschaftswissenschaftlerinnen mit 5.800 Euro weniger.

Mediziner, Juristen, BĂ€nker und "irgendwas mit Medien"

Ein eher besonderes Bild liefern die Medizinstudenten ab. Sie wollen nicht fĂŒr große Forschungsunternehmen oder Pharmafirmen arbeiten, sondern am liebsten in den großen Uniklinken in Deutschland – obwohl dort lange Schichten an der Tagesordnung stehen. So liegt die Berliner CharitĂ© auf Platz eins, gefolgt von den Unikliniken in Heidelberg, Hamburg und Köln. Mit Bayer auf Platz vier ist unter den zehn liebsten Arbeitgebern der Mediziner nur ein großes Unternehmen vertreten. Einige Medizinstudenten wollen ihre FĂ€higkeiten spĂ€ter auch in den Dienst der Armee stellen – die Bundeswehr ist neuntbeliebtester Arbeitgeber.

Besonders international will der deutsche Jura-Nachwuchs arbeiten. Zwar fĂŒhrt mit dem Bundeskriminalamt ein großer nationaler Arbeitgeber das Ranking an, doch in den Top-10 sind auch das AuswĂ€rtige Amt, die Vereinten Nationen oder die EuropĂ€ischen Kommission vertreten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International liegt auf Platz elf.

FĂŒr Human- und Geisteswissenschaftler ist die Medienbranche besonders interessant. ProSiebenSat.1 Media ist in dieser Fachrichtung zweitbeliebtester Arbeitgeber, nur beim AuswĂ€rtigen Amt wollen Human- und Geisteswissenschaftler noch lieber arbeiten. Bertelsmann, wozu auch RTL und Gruner + Jahr gehören, landet auf Platz fĂŒnf – Axel Springer auf Platz sieben.

Auffallend ist auch, dass die deutschen Banken und Versicherer mit ihrem Image als Arbeitgeber zu kĂ€mpfen haben. Selbst von den Wirtschaftswissenschaftlern, fĂŒr die Banken klassische Arbeitgeber wĂ€ren, wollen nur wenige bei Finanzinstituten arbeiten. Die EuropĂ€ische Zentralbank liegt hier auf Platz 20, die Deutsche Bank auf Platz 25. Weitere Institute wie die Commerzbank, die KfW Bankengruppe oder die Sparkassen-Finanzgruppe liegen nur im hinteren Mittelfeld des Rankings.

Unklar sind die GrĂŒnde fĂŒr dieses mittelmĂ€ĂŸige Abschneiden. NatĂŒrlich haben die Banken im Zuge der Finanzkrise Gewinne eingebĂŒĂŸt. Die Deutsche Bank geriet zudem aufgrund zahlreicher Skandale negativ in die Schlagzeilen. Krisen und negative Schlagzeilen können fĂŒr ein schlechtes Arbeitgeber-Image aber nicht alleine verantwortlich sein. Das macht dieses Jahr die Automobilbranche vor, die trotz jĂŒngster Krise im Ranking sehr gut abschneidet.

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