Trends im MBA-Markt und Ausblick für HHL-Studenten

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Der Druck der Öffentlichkeit ist groß: Von geldgierigen Absolventen, praxisfernen Lehrplänen und fehlender Ethik wird gesprochen.

Das ist eher auf die amerikanischen Business Schools gemünzt. Blickt man auf die Lehrpläne deutscher Business Schools, trifft dies nicht zu. Ethik und Nachhaltigkeitsfragen sind schon lange Themen der MBA-Programme . Unsere Programme sind wesentlich breiter aufgestellt. Wir haben zudem einen etwas anderen Lehransatz. Die Kritik richtet sich an die Schulen, die ihre Absolventen in die Finanzdienstleistungsbranche geschickt haben und das sind die amerikanischen Hochschulen. Der Name MBA steht in der Kritik und damit rücken sämtliche Universitäten in das Rampenlicht. Ich fühle mich jedoch nicht davon in besonderem Maße angesprochen. Wir können auf unserer Vergangenheit aufbauen, müssen diese Vergangenheit aber stärker nach außen kommunizieren, um aus der Schusslinie der Kritik zu kommen.

Wo würden Sie denn einen HHL-Absolvent unterbringen wollen? Gibt es ein typisches Profil?

Die Positionen sind sehr vielfältig. Es gibt Studenten, die ihr eigenes Unternehmen gründen – das sind etwa 10% eines Jahrgangs. Ansonsten sind unsere Absolventen sehr stark in der Industrie vertreten. Die Palette reicht von Siemens über Johnson & Johnson – also von der Investitionsgüterindustrie bis zur Konsumgüterindustrie. Hier gibt es keine besondere Festlegung oder Entwicklung in eine bestimmte Branche.

Wie wird sich der MBA-Markt entwickeln? Gibt es Trends, die man jetzt bereits absehen kann?

Der MBA-Markt wird auf jeden Fall wachsen. Ich glaube, dass sich im Zuge des Bologna-Prozesses einiges verändern wird. Die Mannheim Business School glaubt, dass der MBA sich als deutscher Standardabschluss etablieren wird. So weit würde ich nicht gehen, aber er wird immens an Bedeutung gewinnen. Es wird mehr Bachelor-Absolventen geben, die nach ihrem Studium in den Arbeitsmarkt eintreten und nach zwei bis fünf Jahren zurückkehren, um einen MBA-Abschluss abzulegen. Das muss nicht zwangsläufig ein Fulltime-MBA sein: Part-Time oder Executive-MBA kommen hierbei genauso in Frage. Hierbei wird sich eine Gruppe von Universitäten herauskristallisieren, die zu den Premium-Anbietern gehören werden und letztlich auch das Potenzial haben, in eine Klasse aufzurücken, in der einige französische, holländische und spanische Hochschulen zum jetzigen Zeitpunkt schon sind. Dadurch wird der Abschluss in Deutschland noch internationaler werden.

Wo wird sich denn die HHL in diesem Markt positionieren?

Wir gehören an der HHL  zu den Premium-Anbietern mit einem Vollzeit und einem Teilzeit-MBA-Programm. In Zukunft wird eventuell ein Executive-MBA angeboten werden. Wir bilden Top-Bewerber aus, die später Führungsaufgaben in der Industrie aber auch als Selbstständige wahrnehmen. Wir bedienen auch die Beratungs- und Finanzdienstleistungsbranche.

Herr Prof. Wulf, wir bedanken uns für das aufschlussreiche und informative Gespräch.

Das Interview führte Benjamin Küster für squeaker.net (2010).

Hier findest du die Homepage der HHL


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