Lebenslauf-Blöcke (2): Praktische Erfahrungen

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Beispiel

Ein Bewerber hat zwei Praktika als Wirtschaftsprüfer absolviert und dann drei Jahre als Investmentbanker gearbeitet. Jetzt überarbeitet er seinen alten Lebenslauf, in dem die Praktika noch detailiert beschrieben waren. Die Aufgabe besteht nun darin, die Inhalte der Praktika auf das Wesentliche zu kürzen und stattdessen die berufliche Entwicklung bei der Investmentbank hervorzuheben.

Berufspraxis/Praktika im Lebenslauf

Die Informationen zu deinen Praktika und deiner Berufserfahrung sind für den Personaler ungemein interessant. Deshalb solltest du diesen Abschnitt besonders sorgfältig erarbeiten. An dieser Stelle führst du die einzelnen Stationen auf, bei denen du praktische Erfahrung gesammelt hast und mit besonderen Tätigkeiten glänzen kannst. Das können Praktika, Werkstudententätigkeiten sowie Jobs vor und nach dem Studium sein. Auch Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung oder Besuche von Fachtagungen und Messen können dazu gehören. Allerdings nur dann, wenn sie bedeutend waren und es einen guten Bezug zur ausgeschriebenen Stelle gibt. Liste deshalb nur die praktischen Erfahrungen und Tätigkeiten auf, die zu der Stelle passen. Falls du dich beispielsweise auf eine Finance-Stelle bewirbst, solltest du auf keinen Fall einen Workshop zu Online-Marketing angeben – egal wie aufwendig und teuer der Kurs auch war.

Wenn du nun die einzelnen Stationen auflistest, gib die Firma, den Standort, die Abteilung sowie deine Tätigkeitsbezeichnung an. Bei der Firmenbezeichnung solltest du darauf achten, die Rechtsform zu nennen; also Porsche AG und nicht nur Porsche. Bei weniger bekannten Firmen empfiehlt es sich, diese kurz in einen Marktkontext einzuordnen: Ergänze in diesem Fall die Zahl der Mitarbeiter, den Umsatz sowie den unternehmerischen Fokus der Firma.

Stichwortartig notierst du darunter, was du genau gemacht hast, wofür du verantwortlich warst und worin deine wesentlichen Erfolge bestanden haben. Pro Station solltest du nicht mehr als drei Stichworte nutzen. Das gilt aber nur für die aktuellste Station; ältere können auch nur einen Stichpunkt haben. Viele Details sollten also nur bei den letzten relevanten Stationen auftauchen. Eine Etappe in deinem Lebenslauf kann dann beispielsweise so aussehen:

10/2007 – 10/2009McKinsey & Company, MünchenConsultant, Automotive Practice Beratungsschwerpunkte in der Optimierung des Einkaufs sowie Restrukturierung von internationalen AutomobilzulieferunternehmenProjekterfahrung in Private-Equity-Projekten, Beratung des Top-Managements eines OEM

Bei den einzelnen Stichpunkten kannst du Sonderaufgaben und Projekte angeben, bei denen du mitgewirkt hast. Stelle – falls möglich – heraus, welche Techniken du in dieser Zeit erworben hast. Dabei erleichterst du dem Personaler die Arbeit, wenn du mit Schlüsselwörtern arbeitest. Denn Personaler scannen den Lebenslauf nach solchen Begriffen. Schaue dir dafür zunächst die Arbeitsbeschreibung in der Stellenanzeige an. Danach überlegst du dir, welche vergleichbaren Erfahrungen du gemacht hast – und verpackst sie dann in leicht abgeänderter Form. So findet der Personaler die Stichworte, ohne dass du die Stellenanzeige abgeschrieben hast.

Besonders interessant ist für den Leser deines Lebenslaufs, inwiefern du bei deinen Tätigkeiten Verantwortung übernommen hast, ob du Teams geführt hast und inwiefern du mit der Geschäftsführung zusammengearbeitet hast. Kannst du außerdem deinen Erfolg quantifizieren? Hervorragend! Dann mache das zum Beispiel, indem du schreibst, um wie viel Prozent dein Team die Kundenzahl erhöht hat. Teilweise ist es auch sinnvoll im Lebenslauf den Umfang einer Tätigkeit anzugeben. Nämlich dann, wenn du sie länger ausgeführt und dadurch eine gewisse Expertise erworben hast. Auch hier gilt aber wieder zu überlegen: Ist das für die ausgeschriebene Stelle relevant?

Weiterbildung

Bei Absolventen hält sich die Zahl der Weiterbildungen logischerweise noch in Grenzen. Jedoch kann es sein, dass man bereits zu Studienzeiten das eine oder andere Training, Seminar oder einen Soft-Skill-Kurs (z.B. Rhetorik-Schulung) absolviert hat. Um deine Erfahrung auf den Punkt zu bringen, kannst du einzelne Schulungen zusammenfassen („Mehrere Schulungen zu X und Y“). Gib auf jeden Fall an, wann die Weiterbildung war. Der Personaler will schließlich wissen, wie aktuell die Kenntnisse noch sind. Achte auf jeden Fall darauf, nur solche Weiterbildungskurse in den Lebenslauf aufzunehmen, mit denen du dich gut vermarkten kannst. VHS-Kurse sind hier definitiv fehl am Platz. So lange man nur ein bis zwei Weiterbildungskurse absolviert hat, kann man den ganzen Block auch in der Kategorie „Fähigkeiten und Interessen“ unterbringen.

Nachdem du nun deine praktischen Erfahrungen herausgearbeitet hast, kommen wir zu deinen Fähigkeiten und Interessen und dazu, wie du sie am besten darstellst.


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