Bewerbung im Start-up

Götterdämmerung? Was Konzerne von Start-ups lernen können (und sollten)

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Vielleicht ist es dir bei Bewerbungen schon aufgefallen: Unternehmen aller Branchen haben ein riesiges Interesse daran, gut ausgebildeten Nachwuchs zu bekommen und werfen einiges in die Waagschale.

Superheld
Held der Arbeit

Dabei kann es so einfach sein: Start-ups, gerade im Bereich Internet, suchen ständig talentierte Bewerber für Start-up Jobs. Ihnen gelingt es, ohne riesige Budgets innerhalb kürzester Zeit hunderte Mitarbeiter für schnell skalierende Unternehmen zu gewinnen. Was du in Start-ups an Arbeitsbedingungen vorfindet, unterscheidet sich ziemlich grundlegend von der Welt etablierter Top-Unternehmen. Während man in Konzernen mit klaren Strukturen und Vorgaben rechnen kann und ein Gehalt  in einer gewissen Größenordnung bekommt, punkten Start-ups mit ganz anderen Dingen: 

  • Flache Hierarchien 
  • Oft noch wenig Strukturen und dadurch auch die Chance, mitzugestalten
  • Geschäftsmodelle, für die es keine Vorlage gibt 
  • Flexibilität, vor allem was den Arbeitsmodus angeht 
  • Führung durch Experten, nicht durch Hierarchien 
  • Steile Lernkurven 
  • Die Chance, Ergebnisse der eigenen Arbeit zu sehen 
  • Soziale Bindungen, die mehr hervorbringen als nur Arbeitskollegen 
  • Die Möglichkeit, die eigene Entwicklung mitzubestimmen statt vorgefertigte Karriereleitern erklimmen zu müssen

Was genau machen Start-ups anders?

Gleichzeitig sind das auch schon alle Ressourcen, die Start-ups haben, um Talente ins Unternehmen zu holen und sie zu halten. Sie haben keine riesigen Personalmarketing-Etats, keinen großen Namen und können großformatige Werbeflächen und Stände auf Karrieremessen nicht bezahlen. Was genau machen Start-ups anders? Und was können sich Konzerne von ihnen abschauen, damit sie im „War for talents“ langfristig nicht das Nachsehen haben?  

Lektion eins: Arbeitgebermarke = Authentisch sein.

Start-ups haben gar keine andere Möglichkeit, als mit Kulturen und Chancen zu werben. Das, was Start-ups als Arbeitgeber anbieten, ist dabei manchmal „nur“ die überzeugende Story hinter der Geschäftsidee, das super Team oder der Luxus, deine Karriere im Unternehmen selbst mitgestalten zu können. Konzerne sind in der Kommunikation mit Bewerbern häufig weniger offen. Die Slogans von Großunternehmen sind oft sehr allgemein gehalten und schwer auf die eigene Vorstellung von Arbeit und Karriere zu beziehen. Hilfreicher wäre doch, wenn Mitarbeiter sprechen würden, man sie fragen könnte, was ihre Arbeit ausmacht und was sie motiviert. Damit tun sich Konzerne aber häufig schwer. Zum einen oft aus kulturellen Gründen, zum anderen weil sie einfach nicht wissen, was ihre Bewerber interessiert. Während Start-ups begriffen haben, dass es letztlich schlauer ist, offen zu sein, Fragen zuzulassen und ggf. auch Bedingungen von Bewerbern umzusetzen, sind Konzerne davon noch meilenweit entfernt.  

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Lektion zwei: Mitarbeitern zuhören.

Den eigenen Bewerbern und Mitarbeitern zuhören können Start-ups ganz generell besser als Großunternehmen. Wer im Start-up arbeitet, hat allein deswegen wesentlich mehr Mitspracherecht und Gestaltungsspielraum als im Konzern. Zudem ist der Führungsstil in vielen Start-ups eher partnerschaftlich und Aufstiege sind keine Sache von vorgefertigten Karriereleitern, sondern von Leistung. Wer als Assistenz der Geschäftsführung im Start-up einsteigt und sein Controlling-Talent unter Beweis stellt, ist ganz flott Finance Manager, unabhängig von Alter und Erfahrung. Freilich ist das Maß an Kontrolle Geschmackssache, aber langfristig sollten sich Konzerne Gedanken darüber machen, wie es gelingen kann, Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung zu ermöglichen, und weniger über Hierarchien und mehr über Leistung zu bewerten und zu führen. Wer mitentscheiden kann, übernimmt mehr  Verantwortung  und engagiert sich mehr – und daran dürften auch Konzerne Interesse haben.  

Lektion drei: Ein Rädchen im Getriebe sein macht nicht glücklich.

Sicher, in Start-ups sind die Gehälter niedriger, man weiß nicht, wie das übernächste Jahr aussieht und doch hat die Arbeit im Start-up einen wesentlich höheren Spaßfaktor. Das liegt unter anderem daran, dass man die Ergebnisse der eigenen Arbeit ziemlich schnell sieht. Im Konzern arbeitet Person A Person B zu, die wiederum an Person C berichtet und irgendwann hat man aus den Augen verloren, was mit den eigenen Ergebnissen eigentlich passiert. In kleinen Unternehmen hat fast jeder Mitarbeiter unmittelbaren Kundenkontakt bzw. trägt direkt zum Geschäftserfolg bei. Das kann begeistern, macht selbstbewusst und führt dazu, dass man sich stark mit dem eigenen Unternehmen identifiziert. Auch hier gilt: Geschmackssache. Manchen Menschen ist es vielleicht nicht wichtig, Einfluss zu nehmen. Das sind aber gewiss nicht die Mitarbeiter, die den entscheidenden Abschluss machen und die Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um einen Auftrag professionell zu erledigen. Und wenn Konzerne solche Bewerber zukünftig nicht haufenweise in kleine Unternehmen abwandern sehen wollen, sollten sie sich in Sachen Gestaltungsspielraum und Eigenverantwortung etwas von Start-ups abschauen.   

Fazit: Die Verhandlungsmacht verlagert sich in deine Richtung.

Es gibt keine Patentrezepte, die im Start-up funktionieren und die man etablierten Unternehmen unkommentiert verschreiben könnte. Es kommt eigentlich auch nicht darauf an, nun in Unternehmen aller Größen und Branchen die gleichen freien und verantwortungsvollen Arbeitsbedingungen zu schaffen. Aber wenn der Arbeitsmarkt schon so aussieht, dass qualifizierter Nachwuchs schwer zu bekommen ist, dann ist es nur logisch, diesen potentiellen Nachwuchs in die Gestaltung von Karrieren und Unternehmen einzubeziehen. Um in betriebswirtschaftlichen Begriffen zu sprechen: Die Verhandlungsmacht verlagert sich langsam, aber sicher in deine Richtung. Und weil das so ist, lohnt es sich ein paar Gedanken zu machen, wie man die Arbeitswelt verändern kann. Start-ups sind da schlicht Unternehmen, die einen schönen Anfang gemacht haben.   

Wer mehr über die Karriere und Jobs in Start-ups erfahren möchte, sei der i-potentials Blog startupcareer.de empfohlen.

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