LGBTQIA+ in der Consulting-Branche

Am “Pride Month” setzen sich weltweit Personen, Initiativen und auch Unternehmen für die LGBTQIA+ Community und deren Gleichberechtigung, Teilhabe und Akzeptanz ein. Diversity-Paraden, Gedenkfeiern oder Demonstrationen feiern Vielfalt und weisen auf Missstände hin. Immer mehr Unternehmensberatungen zeigen Flagge und hüllen ihren Auftritt im Juni in Regenbogenfarben. Ist das nur “Pridewashing”, oder steckt hinter dem bunten Logo mehr? Schaffen die Beratungen tatsächlich einen LGTBQIA+ freundlichen Rahmen und werben wertschätzend um queere Talente? 

Unternehmensberatungen gelten in vielen Bereichen als Vorreiter. Sie nehmen nicht nur großen Einfluss auf die Unternehmen, die sie aktiv beraten. Auch darüber hinaus wirkt die “Strahlkraft” der Beratungen, an deren strategischen und unternehmerischen Entscheidungen sich viele weitere Firmen orientieren. Wir wollen wissen: Handelt die Consulting Branche in puncto Diversity & Inclusion ebenso beispielgebend? Um das aufzuklären, haben mit wir mit unseren Partnerunternehmen über das Thema LGTBQIA+ gesprochen. 

Warum ist der Pride Month im Juni?

Dieser Monat wurde gewählt, um an die Stonewall-Aufstände im Juni 1969 in New York City zu erinnern. Denn dort, in der Christopher Street, haben sich queere Menschen gegen Polizeigewalt- und Willkür zur Wehr gesetzt.

Mehr als nur Regenbogen-Logos?

In großen Beratungen gehört Diversity Management bereits zum festen Bestandteil des Personalmanagements. Das ist keinesfalls ein neuer Trend, auch wenn das Thema aktuell  mehr Aufmerksamkeit erhält. Mitunter bestehen LGBTQIA+-Netzwerke seit mehr als 20 Jahren und sind fest in der Unternehmenskultur etabliert.  

GLAD, Glam, Pride@BCG, GLOW, Proud Network, Just be, #PwCPride und viele weitere Netzwerke und Initativen bieten unterschiedliche Möglichkeiten des Networkings an und werden aktiv in strategische Entscheidungen mit einbezogen. Das Regenbogen-Logo ist bei Consulting-Unternehmen also nur als kleinste der vielen Initiativen zu sehen.

Junge Talente wünschen sich Diversität

Im Rahmen unserer Consulting Excellence Studie haben wir junge Talente zur Bedeutung von Diversität befragt. 60 % der befragten  Personen würden einen diversen Arbeitgeber einem nicht-diversen Arbeitgeber bei der Jobsuche vorziehen. Für ein Viertel der Befragten hat die Thematik eine solche Wichtigkeit, dass sie dafür sogar den Arbeitgeber wechseln würden.

Die Attribute Offenheit und Toleranz dienen bei knapp zwei Dritteln der Befragten als Treiber für Diversität im Kontext der Jobsuche, Frauen in Führungspositionen werden von den Befragten als immer wichtigeres Entscheidungskriterium angesehen und sind jedem zweiten Bewerber (sehr) wichtig. Zudem werden diverse Teams als erfolgreicher, empathischer und kommunikationsstärker wahrgenommen. 

0 %
an jungen Talenten sagen: Offenheit und Toleranz sorgen für bessere Karrierechancen

Consulting Excellence Studie

LGBTQIA+ bei Unternehmensberatungen: Ein Blick auf die Branche

Viele Beratungen setzen sich aktiv für Diversität und besonders für die LGBTQIA+-Community ein. Wir haben mit BearingPoint, BCG, Deloitte, E.ON Inhouse Consulting, McKinsey, PwC und Roland Berger über das Thema gesprochen und geben einen Überblick über die Netzwerke, die im Consulting aktiv sind. Außerdem findest du auf unserer Seite “Pride im Consulting” weitere Interviews und Informationen.

BearingPoint

“Diversity makes us better!” Die Management- und Technologieberatung  BearingPoint supportet Diversity & Inclusion mit dem Netzwerk Proud@BearingPoint

Als eines der durch Mitarbeitende initiierten Programme, adressiert das Netzwerk die Herausforderungen der LGBTQIA+-Community im Arbeitsumfeld. Diversity ist eine Grundüberzeugung bei BearingPoint, die in Schulungen, Ally-Kampagnen sowie regionalen Diversity Leads ausdrückt. 

BCG

“Vielfalt und Integration sind kein Luxus, der leistungsstarken Unternehmen in guten Zeiten vorbehalten ist. Sie sind ein starker Hebel zur Verbesserung der Leistung – und sie sind wichtiger denn je, wenn Unternehmen versuchen, den Abschwung zu überwinden”, heißt es in der Unternehmensstrategie von BCG. Das schlägt sich in der klaren Zielsetzung  nieder: Bis 2025 möchte die Beratung unter ihren Mitarbeiten eine 5 %-LGBT-Quote erreichen . Das Netzwerk Pride@BCG setzt sich für eine inklusive Kultur ein, veranstaltet Events , bietet ein 1:1 Mentorship und  schafft eine aktive Community. 

Deloitte

Als Gründungsmitglied von Partnership for Global LGBTQI+ Equality setzt sich Deloitte für eine wertschätzende und respektvolle Unternehmenskultur ein. Durch Events, Schulungen, Sensibilisierungs-Programme sowie interner und externer Kampagnen schafft das Unternehmen ein Netzwerk der Vielfalt. Mit seiner globalen Pride 2021-Kampagne  „Can you see me, do you listen me“, rückt Deloitte die Geschichten von Mitarbeiter:innen in den Fokus. 

LGBTQIA+: Wofür steht die Abkürzung

Die Abkürzung LGBTQIA+ ist eine Abkürzung für die englischen Begriffe Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender, Queer, Intersexual, Asexual. Das Plus steht für die Offenheit gegenüber weiteren Sexualitäten. Es gibt verschiedene weitere Versionen des Akronyms. Bekannt ist vor allem “LGBTQ”.

E.ON Inhouse Consulting

Mit der Initiative WECONnect setzt sich das Beratungsunternehmen für die LGBTQIA+-Community ein und möchte so mehr Vielfalt im Beratungs-Alltag schaffen. Mit Events, der Teilnahme an Aktionstagen sowie weitere Aktionen arbeitet das Unternehmen bewusst an der Vernetzung, Sensibilisierung und Sichtbarkeit.  

McKinsey & Company

Das Beratungsunternehmen McKinsey & Company setzt nicht nur bei Events wie „Proud at Work“, sondern bereits im Recruiting auf die gezielte Ansprache und Einladung von Bewerber:innen aus der LGTBQIA+-Community. Das internationale Netzwerk GLAM besteht aus weltweit über 800 Mitgliedern und wurde bereits 1995 ins Leben gerufen. “GLAMies” aus aller Welt treffen sich alle 18 Monate, um gemeinsam über den Beratungsalltag zu sprechen. Auch Klienten profitieren von dem Wissen und Erfahrungsschatz des LGBTQ-Netzwerkes.

PwC Deutschland

Shine wurde gegründet, um Vielfalt und Offenheit zu fördern und ist mittlerweile in 19 Ländern aktiv. Unter anderem finden für die rund 260 Mitglieder in Deutschland jährlich standortübergreifende Events organisiert. Mit dem eigenen Recruiting-Event Queer Career zeigt das Unternehmen die Karrieremöglichkeiten auf und zelebriert Diversität im Leben und Job. 

Roland Berger

Mit dem globalen LGBTQ+ Netzwerk “Just be” möchte Roland Berger unter dem Motto „Work where you’re celebrated, not tolerated” ein Umfeld schaffen, in dem sich alle willkommen und sicher fühlen. So setzt sich das Unternehmen auch mit der „Roland Berger Pride Week“ für die Akzeptanz aller Mitarbeitenden sowie die Sichtbarkeit von LGBTQ+ Menschen im Unternehmen und der Gesellschaft ein.

Die Beratungsbranche: Mehr als bunt

Sehr viele Beratungsunternehmen setzen sich aktiv für ihre Mitarbeiter:innen ein und leben eine offene, sichere und tolerante Unternehmenskultur. Die große Zahl an Netzwerken, Events, Recruiting-Veranstaltungen und Programmen zeigt, wie wichtig das Thema weiterhin ist und auch wie viele queere Personen sowie Allies in der Unternehmensberatung aktiv sind. 

Nicht zuletzt zeigt die Kooperation und Sponsoring mit und von LGBTQIA+-Organisationen das Bewusstsein für die Relevanz der Diversität in der Consulting-Welt auf. Besonders Beratungen, die aktiv mit ihren Kunden und Kundinnen den Dialog suchen, um beispielsweise Bewerbungsprozesse achtsamer, sicherer, divers und tolerant zu gestalten, setzen ein wichtiges Zeichen. Das Regenbogen-Logo ist hier also bloß die Spitze des Eisberges. 

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