Investmentbanken und ihr Ruf: Warum Banken für Studenten und Berufseinsteiger attraktiv bleiben

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In den Ranglisten der beliebtesten Berufsbilder nehmen Investmentbanker in den vergangenen Jahren nur noch selten die vordersten Plätze ein. J.P. Morgan nennt viele gute Gründe, die für den Weg in die Finance-Branche sprechen.

Wachstum, Finance, Graph
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Die Reputation von Banken – insbesondere der Investmentbanken – hat als Folge der Finanzkrisen stark gelitten. Auch die Banken haben durch ihr Verhalten in der Vergangenheit zum Entstehen der Krise beigetragen. In vielen Bereichen hat es Exzesse oder Fehlentwicklungen gegeben, z.B. bei Gehältern und bestimmten Finanzprodukten, deren realwirtschaftlicher Nutzen fragwürdig war. Seit der Krise hat sich vieles verändert: Die Banken haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und Konsequenzen gezogen. Die verschärfte Regulierung der Branche wirkt sich bereits aus, auch wenn deren Umsetzung noch läuft. Eine allgemeine Unsicherheit als Folge der Finanzkrisen mögen den einen oder anderen zögern lassen, den Weg in die Bankenwelt zu gehen. Dabei sind Investmentbanken unerlässlich für Wirtschaft und Gesellschaft und werden auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber sein.

Insider-Tipp für die Finance-Bewerbung

Wenn du dich in der Finanzbranche bewirbst, solltest du selbstverständlich die Finanzkrisen in ihren Grundzügen verstehen und rekapitulieren können. Im Insider-Dossier „Die Finance-Bewerbung“ kannst du ihren Verlauf und die Entwicklungen nachlesen. Darüber hinaus lohnt es sich, auf Quellen wie den Economist, das Wall Street Journal oder die Financial Times zurückzugreifen. 

Banken sind unerlässlich für Wirtschaft und Gesellschaft

Ohne ein funktionierendes Banken- und Finanzsystem würde es keine Wirtschaft, kein Wachstum, keinen Konsum, keine Produktion, keine Gesellschaft geben, wie wir sie in unserer westlichen Marktwirtschaft kennen. Insbesondere Investmentbanken stehen im Mittelpunkt der Kritik an Banken. Dabei ist ihre Rolle für Unternehmen und Volkswirtschaften wichtig: Investmentbanken helfen, Wachstumsmöglichkeiten auszuloten und zu realisieren und im Wettbewerb in einer globalisierten Wirtschaft zu bestehen. Das ist gerade für eine exportabhängige Nation wie Deutschland von Bedeutung.  

Beispiele für den volkswirtschaftlichen Nutzen von (Investment-)Banken

  • Banken sorgen für einen reibungslosen Zahlungsverkehr, denk z. B. an eine Online-Überweisung an Amazon oder Paypal-Zahlung bei eBay. 
  • Unternehmen müssen Rohstoffe einkaufen, Gehälter ausbezahlen, Zahlungen für Waren erhalten. Oftmals über Ländergrenzen und Währungen hinweg. Banken sichern das Zahlungsausfallrisiko ab. Unternehmen investieren, um Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Investitionen müssen finanziert werden. Dafür brauchen wir Banken, die den Unternehmen Zugang zum Kapitalmarkt schaffen, ihnen Working Capital Linien zur Verfügung stellen, Fremdwährungen besorgen, bzw. Fremdwährungsrisiken absichern. 
  • Damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und sich Wachstumsmöglichkeiten erschließen können, sind Übernahmen, Fusionen oder Teilverkäufe notwendig. Oder ein Börsengang, eine Kapitalerhöhung, eine Kreditaufnahme. Unternehmen suchen Beratung, um sich in der komplexen Finanzwelt richtig zu positionieren: Beratung zur angemessenen Bilanzstruktur, wie man mit Ratingagenturen umgeht, wie man sich bei Investoren positioniert und natürlich auch wie erwähnt die Beratung bei Übernahmen, Verkäufen und Fusionen.  
  • Ein Staat kann sich über Anleihen Geld besorgen, um Investitionen in eine bessere Infrastruktur wie Straßen zu tätigen. Und dadurch Arbeitsplätze schaffen oder erhalten. 
  • Auch die Abwicklung von Anlagegeschäften erfolgt nicht ausschließlich zum Nutzen der Banken: Typische Kunden einer Investmentbank sind zum Beispiel Investment Fonds, die die Ersparnisse von Privatinvestoren verwalten, Versicherungen, die Beiträge von Lebensversicherungen anlegen oder Pensionskassen, die die Renten von Pensionären sichern.  

Banken als attraktive Arbeitgeber für Studenten

Letztendlich zum Nutzen einer Volkswirtschaft brauchen Investmentbanken gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Welche Bewerber suchen Investmentbanken? Wenn du Karriere in der Finance-Branche machen willst, brauchst du eine hohe Affinität zu Zahlen und ausgeprägte analytische und kommunikative Fähigkeiten. Internationalität ist ein ganz wesentliches Merkmal des Investmentbankings, sowohl inhaltlich wie auch örtlich. Verhandlungssicheres Englisch ist in einer global agierenden Bank wie J.P. Morgan deshalb unverzichtbar. Die meisten Bewerber und Bewerberinnen studieren Wirtschaftswissenschaften/BWL, oftmals mit einem Finanz-Fokus im Master. Die Finance-Branche bietet hervorragende Karriere- und Verdienstmöglichkeiten, zum erfolgreichen Berufseinstieg gehört aber daher ein außergewöhnliches Maß an Motivation, Flexibilität und Belastbarkeit. Sicherlich wird auch ein hoher zeitlicher Einsatz erwartet, aber dafür ist auch das Gehalt überdurchschnittlich interessant.

Der richtige Bereich für Finance-Bewerber

Finance-Bewerbern bietet sich ein breites Spektrum interessanter Tätigkeiten: Trader, Financial Analyst im M&A, Research Analyst und Asset-Manager heißen einige der Berufe. Ähnlich wie die Jobs selbst, variieren auch die jeweiligen Anforderungen. Daher solltest du dich frühzeitig über die Berufsbilder informieren, z.B. über Karriere-Websites wie von J.P. Morgan, und dich mit deinen Stärken, Schwächen, Vorlieben und Abneigungen auseinandersetzen. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst mit dem was du tust. Flache Hierarchien und die Möglichkeit zur frühen Übernahme von Verantwortung und Kontakt zum Kunden machen den Einstieg bei Banken wie J.P. Morgan zusätzlich attraktiv. Mit einem Einstieg in eine Investmentbank legst du den Grundstein für deinen beruflichen Weg innerhalb der Bank selbst (horizontal oder vertikal). Aber du kannst dein erworbenes Wissen und die Erfahrung später auch extern einsetzen: zum Beispiel bei Beratungen, in der Industrie, bei Start-ups oder anderen Finanzdienstleistern. Daher ist der Einstieg in eine Investmentbank über ein Praktikum hin zum Analysten noch immer eine zukunftsorientierte Entscheidung.

Corinna Haas ist seit 8 Jahren Graduate Recruiterin bei J.P. Morgan in Frankfurt.  

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