Rechtsformen für Start-ups

(4.1/5)   6 Votes

Vor der Unternehmensgründung müssen viele rechtliche Fragen beantwortet werden. Eine der ersten Hürden ist die Auswahl der richtigen Rechtsform. Jeder Gründer die Rechtsform finden, die für seine Situation und sein Unternehmen am geeignetsten ist.

Kündigung, Anfechtung, Abfindung, Vertrag, Arbeitsrecht
© N-Media-Images

via fotolia

Welche Rechtsform sollten Gründer wählen?

Die Frage nach der Rechtsform ist eine Entscheidung, die schon früh im Prozess der Unternehmensgründung getroffen werden muss. Die passende Rechtsform zu wählen ist wichtig, um Haftungsfallen und Streitigkeiten über Beteiligungshöhen vorzubeugen. Der folgende Artikel der Gründerszene erläutert die Vor-und Nachteile beliebter Gesellschaftsformen wie der GbR, der UG (haftungsbeschränkt), der Limited, der GmbH und der AG. Bei der GbR beispielsweise ist kein schriftlicher Vertrag notwendig. Sie entsteht automatisch, sobald ein gemeinsamer Zweck von mindestens zwei Personen verfolgt wird. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte aber auch hier so früh wie möglich ein zusätzlicher Gesellschaftervertrag abgeschlossen werden. Die UG, die umgangssprachlich auch als Mini-GmbH bezeichnet wird, bietet auch Gründern mit geringem Startkapital die Möglichkeit, die persönliche Haftung auszuschließen. Nachteil hierbei ist, dass der Name UG haftungsbeschränkt stets im Rechtsverkehr auftauchen muss und somit den Kapitalmangel stets nach außen deutlich macht.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Einen guten Überblick der Rechtsformen bietet auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Es bewertet die Rechtsformen nach Mindestkapital, Haftung, Formalitäten und Handelsregister Eintragungspflicht. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

UG (haftungsbeschränkt) vs. GmbH - Was kann die Mini-GmbH?

Am 01. November 2008 bekam die GmbH mit der "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt" (UG) eine kleine Schwester - die Mini-GmbH, die für deutsche Gründer eine attraktive deutsche Alternative zur Limited darstellt. Die vollständige Aufhebung des Mindeststammkapitalgebots, beschleunigte Eintragung und erleichterte Anteilsübertragung sind nur ein paar Aspekte, der deutlich "unternehmerfreundlicheren" Modernisierung und Reformierung des deutschen GmbH-Gesetzes. Tobis Johan, Gründer von Sportme, erläutert in seinem Artikel Hintergründe zur Mini-GmbH und stellt Grundzüge der Mini-GmbH als "Variante" der GmbH dar. Besonders im Bereich der wachstumsorientierten Internet-Startups, so Johan, scheint die "klassische" GmbH derzeit oftmals noch "Platzhirsch" zu sein. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Rechtsformen liegt in der Kapitalintensität.

Weitere Informationen finden Sie hier.

"Die Limited ist weiterhin eine der attraktivsten Rechtsformen" - Text-Interview mit Go Ahead-Geschäftsleiter Bernd Kraus

Die Limited hat sich als Rechtsform in Deutschland fest etabliert und bildet eine der attraktivsten Rechtsformen für Unternehmensgründer. Bernd Kraus, Geschäftsleiter der Gründungsagentur "Go Ahead - Die Gründer", begleitet Existenzgründer bei ihrem Start in ihr Unternehmen. Als Marktführer in Deutschland übernimmt die Agentur den Verwaltungsaufwand zum Eintrag und zur Gründung einer Limited. Im Interview mit Joel Kaczmarek, Chefredakteur von Gründerszene, spricht er über typische Stolpersteine bei der Unternehmensgründung und über den Hype der Limited in der Vergangenheit. Die Einführung der Mini-GmbH (UG haftungsbeschränkt) im Jahr 2008 hat dazu geführt, dass wieder verstärkt über deutsche Rechtsformen nachgedacht wird. Im Interview nennt Bernd Kraus Vor- und Nachteile der Limited gegenüber der Mini-GmbH im Gründungsprozess. Wichtig ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der Limited um eine englische Gesellschaftsform handelt, und sich der deutsche Gründer zwischen zwei Rechtssystemen bewegt: Gesellschaftsrechtlich gilt englisches Recht, steuerrechtlich und bilanzrechtlich hingegen gelten sowohl englisches als auch deutsches Recht.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Sehenswert: Andreas Müller-Driver von Heymann & Partner über die richtige Gesellschaftsform

Für Start-ups gibt es bei der Auswahl der richtigen Gesellschaftsform eine Menge zu beachten. Besonders die Frage, welche Gesellschaftsform die beste für welche Phase der Gründung ist, gilt es im Gründungsprozess zu berücksichtigen. Andreas Müller-Driver von der Frankfurter Anwaltskanzlei Heymann & Partner gibt im Gespräch mit Venture TV eine kurze Einführung in das Thema Gesellschaftsformen in den unterschiedlichen Phasen eines Gründungsvorhabens. Grundsätzlich ist zu Beginn des Vorhabens zunächst kein Gesellschaftsvertrag notwendig, so Andreas Müller Driver, eine GbR entsteht automatisch, sobald ein gemeinsamer Zweck von zwei oder mehr Personen verfolgt wird. Im weiteren Verlauf des Gründungsvorhabens sollte die GbR in eine Form der Kapitalgesellschaft mit präzisierten Zielen und Rechten umgewandelt werden. Bei der mittel- und langfristigen Umwandlung in eine Form der Kapitalgesellschaft ist unter Umständen - sollte ein Verkauf an einen strategischen Investor oder Fond langfristig als Exit-Strategie in Erwägung gezogen werden - zu beachten, dass Gesellschafter in einer AG dem Vorstand keine Weisungen erteilen können.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gesellschaftsverträge und das Ausscheiden von Gesellschaftern

Welche Möglichkeiten haben Start-ups, wenn es zu Spannungen zwischen den Gründern kommt? Unter welchen Voraussetzungen kann ein Gesellschafter aus dem Unternehmen ausscheiden? Die beiden vorgestellten Gründerszene-Artikel der Berliner Rechtsanwältin Antje Weertz erklären, dass die Trennung von einem Gesellschafter in Deutschland nicht immer einfach ist und Gesetzestexte wie das GmbH-Gesetz nur teilweise Auskunft über die Konsequenzen geben. Außerdem wird erklärt, was zu tun ist, wenn man einen Gesellschafter ausschließen und die Geschäftsanteile entziehen möchte. Übliche Ausschlussgründe sind beispielsweise der Verlust der beruflichen Qualifikation (z.B. der Anwaltszulassung), das Erreichen einer bestimmten Altersgrenze oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen den Gesellschafter. Wenn keine Satzungsregelung vorhanden ist, können die übrigen Gesellschafter zudem eine Ausschlussklage bewirken, allerdings müssen hierzu weitere Gründe wie eine Verletzung der Treuepflicht oder der Verlust des Vertrauensverhältnisses vorliegen. Als Fazit der Artikel geht hervor: Denken Sie schon früh an mögliche Trennungsszenarien und führen Sie Exitklauseln ein, in denen Sie auch mögliche Ausscheidungsgründe aufführen und die es ermöglichen, das Unternehmen im Falle des Ausscheidens eines Gesellschafters ohne ernsthafte Folgen weiterführen zu können.

Zu Teil I der Artikelreihe geht es hier, Teil II finden Sie hier.

Mit freundlicher Unterstützung vom LMU Entrepreneurship Center

Diese Artikel könnten dich auch interessieren

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen