Finance vs. Firmengründung - was ist aussichtsreicher?

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Erfahrungsbericht

Finance vs. Firmengründung - was ist aussichtsreicher?

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Inhalt

Schon seit meiner Schulzeit beschäftige ich mich mit Finance und Startups. Da eine Gründung in der Schulzeit nicht gelang, absolvierte ich erst eine Bankausbildung bei einer relativ jungen „Startup“-Bank. In einem darauf folgenden Studium gelangte ich mit Zwischenstationen und hohem Eigenengagement in einen Rohstoff-Hedgefonds, der mir sehr detaillierte Einblicke in das institutionelle Asset Management ermöglichte. Parallel zu meinem Studium wurde ich auch in einem naturwissenschaftlichen Startup aktiv, dass sich vereinfacht formuliert mit Nanotechnologie beschäftigt. Alle reden heute von Tech-Startups, jedoch verbirgt sich dahinter oft nur ein elektronisches Vertriebskonzept, das nach dem Motto gegründet wird: „Spray and Pray – vielleicht klappt es ja“. Wir haben hingegen einige Millionen EUR an Frühphasenkapital eingesammelt und über Jahre hinweg Lösungen entwickelt und patentiert, die eine echte Innovation und Zusatznutzen bieten. Mit Sicherheit hatten Sie als Leser bereits Produkte von uns oder unserer Mitbewerbern in Händen. Neben dem Studium habe ich noch zwei weitere, wesentlich kleinere Gründungen aus dem FMCG vorangetrieben. Ich hoffe damit darlegen zu können, dass meinen Hypothesen durchaus breitere Erfahrungswerte zu Grunde liegen.

Fazit

Was ist nun zu bevorzugen - Finance oder Startups? Ich möchte mich gar nicht mit individuellen Präferenz rausreden. Die gibt es sicherlich. Aber schon alleine volkswirtschaftlich und somit intersubjektiv sind Gründungen viel sinnvoller als das Asset Management, das meist nur ein Nullsummenspiel aus Gewinnern und Verlierern darstellt (Vgl. „The arithmetics of active management“ von Williarm Sharpe).

Viel wichtiger ist aber der Vergleich des Arbeitsalltags. Der Aufbau eines Unternehmens bedarf fast außerirdischer Motivationskräfte, aber man wird durch Abwechslung belohnt. Einkauf, Vertrieb, Steuerrecht, Patentrecht, Gesellschaftsrecht, Produktion, Mitarbeiterführung, IR um nur einige wenige Arbeitsfelder zu nennen, die Gründer gleichzeitig abdecken müssen. Das scheint mir der wesentliche Unterschied zu anderen Jobs zu sein. Finance-Stellen sind sehr spezialisiert und immer mehr informatiklastig.

Die Vielseitigkeit erhöht die Komplexität und ist stressig. Gleichzeitig macht dies Gründungen gerade herausfordernd und vielleicht mehr wie alle anderen kaufmännischen Tätigkeiten intellektuell. Nicht ohne Grund haben so viele Gründer von Henry Ford bis Peter Thiel sozial-philosophische Bücher über Ihre Unternehmens- und Weltbetrachtung geschrieben.

Schlussendlich ist auch die Einkünftesituation bei Gründungen die Bessere. Sicherlich sind die Stundenlöhne im Asset Management durch den Kapitalhebel sehr gut. Die von mir oft beobachteten Bestrebungen, nur 10 Jahre zu arbeiten um dann von Kapitalerträgen zu leben, erscheinen aber sehr unrealistisch. Financejobs gibt es fast nur in Zentren mit hohen Lebenshaltungskosten. Der Konsum passt sich schnell den Arbeitskollegen an. Wird dann noch eine eigene Immobilie gekauft, relativiert sich das Gehalt sehr schnell.

Gründungen haben natürlich das volatilere Payoff-Schema. Wer aber fragwürdiger Weise tatsächlich arbeitet um nicht mehr arbeiten zu müssen, kann dies fast nur durch Startups erreichen. Das geringere Festgehalt ist meist durch das ebenfalls unternehmerische Umfeld kein Problem, zumal auch günstigere Standorte mit geringeren Lebenshaltungskosten gewählt werden können.
Wer im Leben etwas erreichen will und ambitioniert ist, kommt meines Erachtens an Gründungen nicht vorbei. Das ist sogar die Quintessenz von Finance. Ohne Risiko keine Rendite.

Gesamtbewertung
 

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